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Grabkapcllen.
tenden Römerstadt Carnuntum 1 ): ein Bauwerk aus dem XIII. Jahrhun-dert. — Ausserdem sind Baptisterien als besondere Bauwerke nachge-wiesen bei der Abteikirche zu Fulda 2 ) und in späten Umbauten nochvorhanden bei den Münstern zu Aachen und Essen, an ersterem Orteöstlich, an beiden letzteren Orten westlich von der Kirche belegen unddurch einen Säulenvorhof (Paradies genannt; s. unten §. 23) mit der-selben verbunden. — Als ebenfalls noch erhalten sind anzuführen dasBaptisterium in Brixen (südlich am Kreuzgange des Domes, zwar vonrechteckiger Grundform, aber mit einer achteckigen Kuppel über demPresbyterium, vielleicht noch aus dem X. Jahrh.) 3 ), die Taufkapellebei St. Gereon in Cöln (südlich von dem polygonischen Schiffe der Kircheund wesentlich von achteckiger Grundform, aus dem Anfänge des XIII.Jahrh.) 4 5 * ) und die Reste eines achteckigen Baptisteriums von 1290, östlichvon der ehemaligen Stifts-, jetzigen Pfarrkirche St. Georg in Augsburg. 3 )
Dem Typus der Baptisterien verwandt erscheinen die häufig demErzengel Michael gewidmeten runden oder vieleckigen Grabkapellenauf Kirchhöfen, als Nachbildungen der Rotunde über dem heiligen Grabezu Jerusalem. 0 ) Das älteste, unter den An- und Umbauten des XI.Jahrh. noch erhaltene Beispiel ist die Michaeliskirche in Fulda : ein run-der Centralbau, der im J. S20 nach dem Plane des in Jerusalem gewese-nen Rhabanus Maurus zum Schutze des Begräbnissplatzes der Mönche 7 )errichtet wurde, und in dessen Mitte eine zu Anfang des vorigen Jahrh.zerstörte Nachbildung des heil. Grabes stand. — Die von dem heil.Konrad (935—971) zur Erinnerung an seine Pilgerreise nach Jerusalemam Dom zu Constanz errichtete, dem heil. Moritz gewidmete heil. Grab-kapelle existirt zwar noch, aber nur in einem frühgothischen Neubau alsRotunde, mit dem vieleckigen heil. Grabe in deren Mitte. 8 ) — Die durchBischof Meinwerk von Paderborn daselbst 1033 gegründete heil. Grab-kirche ist als solche nicht mehr nachweisbar; eben so wenig auch die vonHerzog Leopold dem Glorwürdigen (j- 1230) nach seiner Rückkehr aus
1) Quast, Ferd. v., Baptisterien in Deutschland, in der Zeitschr. für clu-istl.Archiiol. u. Kunst 1, 31 u. 181. — In ihrer gegenwärtigen Einrichtung mit einemunteren liaume »ad ossa reponenda« gehört diese Kapelle zu der Klasse der Car-narien; s. weiter unten.
2) Das dem Täufer Johannes gewidmete, um 970 erbaute »Sacellum regale«.Vergl. Der Dom zu Fulda. 2. Aull. Fulda 1855. S. 1 I.
3) Mittheil, der k. k. Central-Commission. 1801. (5, 130. Vergl. den vorstehen-den Holzschnitt.
4) Organ für Christi. Kunst, tSCO, No. IS. 19.
5) Beilage zur Augsb. Postzeitung. 1850, No. 276 u. 2S3.
0) Nach der Beschreibung des Eusebius (de vita Constantini 3, 30—39) liessConstantinus über der Grabhöhle Christi einen von zwölf Säulen getragenen Kuppel-bau (tiuHStfitlntov) errichten als Haupt einer mit demselben verbundenen Basilika.Eine angeblich aus dem VII. Jahrh. stammende Grundrisszeichnung (bei Renoir,Arcliitecture monastique 1, 253) zeigt einen runden, dreifach concentrischen Central-hau , und die zahlreichen späteren Abbildungen aus der .Zeit vor dem Brande derheil. Grabkirche im J. 1807 lassen eine Umwandlung in den Formen älterer französi-scher Gothik erkennen.
7) »Cujus (sc. Domini) hie sepulchrum nostra sepulehra juvat« heisst es in derDedicationsinsehrift. Vergl.'Lange, die St. Michaeliskirche in Fulda. 1855. S. 1.
8) Vergl. v. Ilefner-Al teneck, Trachten des cliristl. M. A. I. S. 6.