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1 (1868)
Entstehung
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Taufkapellen.

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der Hauptraum von runder oder achteckiger Grundform 1 ), und die innereEinrichtung des regelmässig dem Täufer Johannes gewidmeten Gebäudeserinnerte eben so an die gleichnamigen Schwimmteiche in den antikenBädern, wie die Grundform an die antiken Grabmäler. DergleichenTaufhäuser befanden sich auch in Deutschland hei den noch zu römischerZeit und auf dem Boden des ehemaligen römischen Reiches entstandenenbischöflichen Kathedralen, da das Taufrecht damals allein den Bischöfenzustand, wurden aber später auch zuweilen bei anderen Kirchen errichtet,welche die Berechtigung zur Ertheilung der Taufe empfangen hatten.Obgleich von jenen alten bischöflichen Taufhäusern, die mit den Kirchengewöhnlich durch einen Säulengang verbunden waren, keines auf unsereTage gekommen ist, so ist wenigstens deren ehemaliges Vorhandensein,obschon in späterer Umgestaltung, doch durch den Titel Johannes Baptistasicher erkennbar nachgewiesen neben den Domen von Mainz (die jetzigeevangelische, frühere Stiftskirche St. Johannes), Worms (noch in alterpolygoniseher Form aus dem XIII. Jahrh., im J. 1807 oder 1S08 als

überflüssig abgetragen) , Spei er (die Johan-neskapelle neben dem südlichen Kreuzarmedes Domes) , Strassburg (die Johanneska-pelle neben der Nordseite des Chores), Augs-burg (auf der Südseite des Domes die 1808abgerissene Johanneskirche) , Regensburg(die schon im XIV. Jahrh. bei der westlichenErweiterung des Domes zu Grunde gegangeneStiftskirche St. Johannis, jetzt in modernerErneuerung nördlich von der Kathedrale),T r i e n t (im Unterbau der Beneficiaten-Saeristeinoch in Spuren kenntlich), Mae stricht (dieJohanneskirche neben der ehemaligen Kathe-drale St. Servatiij und wahrscheinlich nebenden Domen zu Trier und Cöln. Als einmöglicherweise stiftungsmässig bis in die rö-mische Zeit hinaufreichendes ursprünglichesBaptisterium charakterisirt sich auch durch dasüber dem Eingänge befindliche, die TaufeChristi darstellende Relief die Rundkapelle in dem Marktflecken Petronell(östlich von Wien, a. d. Donau; auf dem Boden der ehemaligen bedeu-

l’ig. I. Tnufkapelle zu Brixen(nach den Mittheil, der k. k.Centrnl-Commission).

1) Die achteckige Grundform wird in folgenden Distichen des h. Ambrosiushervorgehoben:

Octochorum sanctos templum surrexit in usus,

Octogonus fons est munere dignus eo.

Hoc numero deeuit saeri baptismatis aularnSurgere, quo populis vera salus rediitLuee resurgentis Christi, qui claustra resolvitMortis et e tumulis suscitat exanimes.

Cf. Thesaur. inscript. ap. Gruterum p. llGGn. S; vergl. Jakob, die Kunst imDienste der Kirche S. 17. — Diese Verse erinnern an liüm. (i, 3. 1.

O t te , Kunst-Archäologie. 2