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Lage der Kirchen.
vorzugsweise hierauf zurückführen zu können.*) Die ersten Heidenbekehrerin Deutschland hatten hauptsächlich Rücksicht zu nehmen auf die mög-lichste Sicherheit ihrer Ansiedlungen gegen feindliche Ueberfalle, und diesespraktische Moment traf oft auf das Glücklichste zusammen mit jener sinni-gen Vorliebe des christlichen Alterthums und dem Vorbilde des im J. 529gestifteten italienischen Mutterklosters Monte Casino. So wählte z. 11.üonifacius 723 den steilen Basaltkegel an der Ohm (Amoeneburg) zu einerCelle für Mönche, weil diese Lage gegen jeden Angriff Schutz versprach,und ähnliche Fürsorge scheint bei Anlage von Bureburg (bei Fritzlar) 74 1entscheidend gewesen zu sein. 1 2 3 ) Ferner kommt in Betracht, dass vieleKirchen und Klöster aus Burgen entstanden, deren ursprüngliche Besitzerihre Erbgüter zu diesem frommen Zwecke übercigneten : so z. B. im VII.Jahrh. Herzog Ethico die Hohenburg (Odilicnberg) bei Strassburg, imX. Jahrh. Otto der Grosse Merseburg, im XI. Jahrh. Heinrich II. Bambergund Konrad II. Limburg a. d. H., und fast unzählige andere im Laufe derZeiten. Endlich kommt noch hinzu, dass man in neubekehrten Ländern,um auch hierdurch den Sieg des Christenthums anzudeuten, vielleicht aberauch um die altgewohnte Anhänglichkeit der Neubekehrten an den Ort zubenutzen, die christlichen Kirchen vorzugsweise gern an solchen Orten er-baute, wo früher heidnische Sacra waren gefeiert worden 3 ), was wiederumhäufig auf Bergen der Fall war und namentlich bei vielen dem ErzengelMichael und dem Apostel Petrus gewidmeten Bergkirchen und Klösternzutrifft. 4 )
Während die Klöster der Benedictiner, in Abgeschiedenheit von derWelt, aber mit freier Aussicht auf die Herrlichkeit derselben , auf einsamer
1) Nur ein Beispiel wüssten wir anzuführen : Bischof Ileribert von Eichstädt(102! — 1042) liess den dortigen Dom abtragen, weil er die Kirche »in editiori urbisloco« haben wollte. Pertz, M. G. VII. p. 202.
2) ltettberg, Kircliengesch. Deutschlands. I, 339 u. 597. — Die in der Näheder Kathedralen belegenen bischöflichen Palatien waren regelmässig befestigt. Der(nicht auf einem Berge gelegene) Dom zu Mainz hatte noch im XII. Jahrh. » muni-Utmes«. (Cf. Urstisius, Chr., German, historicor. illustr. 1, 572 lin. 4S), und dasBedürfniss veranlasste in Steiermark und Siebenbürgen noch in späteren Jahrhun-derten zu burgähnlichen Kirchenbauten. Vergl. Mittheil. derk. k. Central-Commissionetc. 1850. 1, 248 und 2, 211 ff. — Auch die 1511 erbaute Kirche zu Magstatt inSchwaben hat einen befestigten Kirchhof.
3) Dies wird häufig durch Ausgrabungen bestätigt. So fand man in den Funda-menten der Kirche des alten Benedictinerklosters St. Martin bei Trier im J. 1S02einen heidnisch-römischen Opferaltar, beim Abtragen der Kirche zu Gersthofen inder Diöces -tugsbürg im J. 1854 lteste von zwei Merkurstatuen, bei Abtragung desDomberges zu Bamberg im J. 1771 metallene Opferinstrumente, sowie bei der letztenllestauration des Domes selbst in der Krypta des Georgschores Fragmente vonUrnen, Kohlen und Eberzähne u. s. w. — In der Vita Matliildis reginae (bei Leib-nitz, 1, 194) wird von dem Sachsen Widekind erzählt, derselbe habe nach seinerTaufe an solchen Orten, wo er früher Götzenbilder aufgestellt hatte, Betliäuser derHeiligen errichtet. Vergl. Landau, die Territorien. S. 373 f.
4; Vergl. das Verzeichniss alter Michaelskirchen in Wolf’s lleitr. zur deutschenMythol. S. 33 und alter Petrikirchen ebd. S. 81 ff. Petersberge kommen vor beiMainz, Saalfeld, Uersfeld, Flintsbach und Dachau in Oberbayern, Friesach in Kärn-ten, Halle, Erfurt, Eisenach, Fulda, Koremund; Michelsberge bei Fulda, Mainz,Münstereifel, Stromberg, Bamberg, Wimpfen und bei dem Dorfe Michelsberg imSachsenlande von Siebenbürgen.