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1 (1868)
Entstehung
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Grundsteinlegung.

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einen, sondern, wahrscheinlich zur grösseren Verherrlichung der Feier,mehrere Grundsteine (primos lapides) zu legen, und zwar an den sämmt-lichen Ecken des Gebäudes. So brachte 983 bei Gründung der Kirche desKlosters Petershausen Bischof Gebhard von Constanz vier Goldstücke dar,welche unter die vier Eckmauern (yermuthlich in Aushöhlungen der Grund-steine) gelegt wurden. l ) Bischof Thietmar von Merseburg legte 1015 zuseiner neuen dortigen Kathedrale die vier ersten Steine nach der Figur (inmodum) des h. Kreuzes 2 ) : also wohl an den vier Endpunkten des zu er-richtenden Gebäudes.Das Fundament zur Kirche des 1091 gestiftetenKlosters Pegau wurde an zwölf Ecken gelegt (demnach wahrscheinlich anden acht Ecken und den vier einspringenden Winkeln des kreuzförmigenGrundrisses) , und der Stifter, Graf Wieprecht von Groitzsch, trug dazuebenso viele Körbe mit Steinen auf seinen Achseln zur Baustelle. 3 ) Ander-wärts und später begnügte man sich wohl mit einem Grundsteine auf derStelle des künftigen Hochaltars der Kirche.

Bei einer im J. 1823 vorgenommenen Reparatur am Grundbau desSpitals zum heil. Geist in Nürnberg fand man den Grundstein auf: einWerkstück, 4 F. lang, 3 F. breit und 1 */ 4 F. dick. Auf der oberen Flächedes Steines war ein Kreuz mit verbreiterten Enden (Tatzenkreuz) eingegra-ben, und zwischen dessen Armen der Titulus des Kreuzes Christi. Ueberund unter dem Kreuze stand zweimal die Jahreszahl 1489 und in der Mittedesselben befand sich eine runde, etwa 7 Zoll tiefe Oeffnung von etwa6 Zoll Durchmesser, welche mit einer Zinntafel verschlossen war, auf derenunterer Seite die Namen der damaligen Oberst-Hauptleute von Nürnbergund des Baumeisters standen. In der Höhlung lagen : ein hölzernes Biichs-chen mit 9 kleinen nürnb. Silbermünzen, eine Glasflasche mit vertrocknetemInhalt, eine kleine gegossene Zinnplatte mit einem Christuskopfe, Sonneund Mond, einer Taube und den Buchstaben I. N. R. 1. (ganz in der Weiseder bekannten russischen Heiligenbilder) und endlich der Zinnabguss einerantiken Gemme 4 ) : beide letztere Gegenstände wahrscheinlich als Talismane.

Anmerkung 3. Obgleich die hohe Lage der meisten Kathedralenund sonstigen Benedictiner-Kirchen allerdings an die urchristliche Vorliebeerhabener Baustätten für die Gotteshäuser 5 ) erinnert, so würde man dennochirren, wenn man annehmen wollte, dieselbe ausschliesslich oder auch nur

1) Beilage zur Augsb. Postztg. 1S57, No. 273, S. 1021. Auch zu Bellevillein Beaujolais legte der Abt 11 6S ein schönes Goldstück in den Grundstein, und beider Gründung von St. Denis stiegen nach dem Könige, welcher den ersten Steinlegte, die übrigen Gäste in die Baugrube und legten jeder ihren Stein, einige auchEdelsteine (gemmas). Vergl. Lenoir, a. a. O. Es drängt sich übrigens doch wohldie Vermuthung auf, dass diese Goldstücke und Edelsteine Opfergaben zum Baufondwaren, also nicht mit vermauert, sondern für den Kirchenbau verwerthet wurden.

2) N. Mittheil, des thür.-sächs. Vereins. VI. 1, 72.

3) Monaclii Pegav. de vita et rebus gest. Comitis Viperti Groicens. ad a. 1091.

4) Der Sammler für Kunst u. Alterth. in Nürnb. 1824. 1, (1(1.

5) So lag schon die Kirche zu Nikomedien unter Diocletian » in alto « (L a c t a n t.de mortibus persec. e. 12) u. Tertullian (adv. Valentinianum c. 3) sagt: Nostraecolumbae domus Simplex in editis semper et apertis et ad lucem. Vergl.Matth. 16, 18.