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Die Sprachreinigung und ihre Gegner : eine Erwiderung auf die Angriffe von Gildemeister, Grimm, Rümelin und Delbrück ; Festschrift zur Begrüßung der 1. Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins in Dresden am 8. und 9. Oktober 1887
Entstehung
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auf den heutigen Tag zahlreiche französische Ausdrücke in der Sprache desgewöhnlichen Lebens heimisch geblieben, Wörter wie vi8-i>,-vin, k propos, obbien, msrei, plrrcton, voillr tout, uu rovoir, uclieu, ullons, upporto, oi-äovunt, euussLölobro, okronujuo 8Lnnäg.l6U86, killst äoux 8uvoir-vivrs, ssunssss äorss, 8uu8fu^on, 60 MM 6 il Inut, 8UN8 Asus, k tout prix, slrusun rr soir Avüt, tout soinwssksr: NOU8, SN AMNÜ 8si^nsur, SN pn88unt, SN eniuülls, svknnt tsrrikls u. s. w.

Aus jener Zeit stammen auch die Abkürzungen aus unseren Besuchskarten(so sagte Goethe sehr gut für Visitenkarte), wie p. f. (pour tsiioilsr), p. s. (poursonitolsnnss) u. s. w. Daß aber unsere Sprache in früherer Zeit noch weitmehr französische Gindringlinge ausgenommen hat, als wir jetzt gebrauchen,zeigt uns die Sprache des gewöhnlichen Volkes, in der sich Ausdrücke er-halten haben wie Horce, j?rosession, caduk, obligiert, allen Regard, kommod,psu k psu, kujonnieren, angstschwitt (sn suits), meschant u. a. Alle diese Aus-drücke gehörten früher der Sprache der Vornehmen an, allmählich aber sankensie zu den niederen Ständen hinab, wo sie sich erhalten haben, während siein jenen Kreisen außer Mode kamen.

Haßt man dies alles ins Auge, so wird mau sicher dem Geschichtsschreiberder Neuhochdeutschen Schriftsprache, Heinrich Rückert, zustimmcn müssen:DerHauptfeind, mit dem unsere Sprache zu kämpfcu hatte, es ist derselbe, deres aus die Vernichtung unserer ganzen Nation von jeher angelegt hat, läßtsich mit einem Schlagwort als ihre Verwclschung bezeichnen . . . Auch unsereSprache hat in der Periode ihres glänzendsten Aufschwunges dieses welscheGontagium nicht los werden können." (Geschichte der Neuhochdeutschen Schrift-sprache II 20Z.)

Dieser kurze Blick in die Geschichte des Hremdwörterwesens wird jedemVorurteilsfreien zeigen, daß in unserer Sprache allerdings ganz andere Verhältnissevorliegen als bei anderen Völkern, daß wir es hier in der That mit einerKrankheit zu thun haben.