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2. Theil, Die Geschichte der Glasmalerei Bd. 1 (1898) Die Frühzeit bis zum Jahre 1400
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Arbeiten aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts könnte in technischerund künstlerischer Hinsicht getrost zur Frühzeit gerechnet werden. Erstim Laufe-des 15. Jahrhunderts, und nicht etwa allerorts gleichmässig,haben sich die Eigenthiimlichkeiten entwickelt, welche im folgendenBande näher beleuchtet werden sollen. Für letztem ist umfangreichesMaterial gesammelt-, nur wenige Ortsbesichtigungen sind noch erforderlich.

Der Umstand, dass eine ansehnliche Anzahl alter Glasmalereienvom Anfänge des 13. bis zum Schlüsse des 14. Jahrhunderts derLinnicher Werkstätte zur Ausbesserung anvertraut war, hat dem Ver-fasser eine sorgfältige Erforschung der künstlerischen und technischenEigenheiten ermöglicht und ihm zugleich das Studium anderer Denk-mäler in den Kirchen selbst wesentlich erleichtert. Gleiches gilt für diefolgende Periode. Die Wiederherstellung und Ergänzung vorzüglicherGlasgemälde aus verschiedenen Zeiten des 15. und 16., sowie einzelnerTafeln des 17. und einiger Scheiben des 18. Jahrhunderts haben dieStudien des Verfassers erheblich begünstigt und seine Arbeiten wesentlichgefördert.

Die Eintheilung in die Zeit der Blüthe (1400 1550), des Verfalls(15501800) und des Wiederauflebens (nach 1800) wird beibehaltenwerden. Selbstverständlich sollen auch hier die Jahreszahlen keineswegsunverrückbare Grenzen angeben. Besondere Kapitel werden der Ent-wickelung der Profanverglasung und der Schweizer Glasmalerei gewidmetsein; ein anderer Abschnitt wird die in der Kunstgeschichte arg ver-nachlässigte Glasmalerei des 17. bezw. 18. Jahrhunderts in der nord-deutschen Tiefebene behandeln.

Der Einfluss der Malerei überhaupt, die innere Ausbildung desBetriebes in technischer und künstlerischer Beziehung, der Anschluss andie Zünfte und ähnliche Punkte werden gebührende Würdigung finden.Einige wenig bekannte Handschriften und Nachrichten, welche, weil nuran entlegener Stelle abgedruckt, in Vergessenheit gerathen sind, werdeneinen beachtenswerthen Theil des Litteraturberichts bilden. Genaue Unter-suchungen über die Gründe des Verfalles werden einzelne irrige An-schauungen berichtigen. Die Zeit der Wiederbelebung wird gleichfallsneue Gesichtspunkte aufweisen. Leicht erscheint die Schilderung derLehrzeit unserer Kunst in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts, des-gleichen eine Uebersicht über die Leistungen bis in die achtziger Jahre.Die Umschau in den beiden letzten Jahrzehnten, in denen die Glas-malerei, dank vornehmlich den Verbesserungen in Material und Technik,grosse Fortschritte gemacht, zum Theil aber auch auf unrichtige Wegegerathen ist, wird um so grössere Schwierigkeiten bieten, da das Interesseder Sache ein freimtithiges Vorgehen gegen falsches Kennerthum, gegenunberechtigte Eingriffe in die durch Technik und Material gebotenenStilgesetze gebieterisch verlangt und eine rückhaltlose Prüfung der durch

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