Bordüren und Teppichmuster aus der Ober- und Unter-Kirche beiDolmetsch ‘).
Dono und Giunta hält man für die Verfertiger eines grossenFensters, welches 1287 im Chor der Kathedrale von Siena eingesetztwurde.
Im Archiv des Hauses Savoyen steht geschrieben, dass 1303 eineSumme Geldes an einen gewissen Giannetto bezahlt wurde, derFenster im Schloss Chambery gemalt hatte * 2 ).
1310—1321 hat angeblich Fra Giusto die Glasmalereien des Stadt-hauses zu Siena besorgt. 1379 arbeitete am Dom zu Siena der Glas-maler Francesco Formica.
Um 1335 lebte zu Venedig Maestro Marco, welcher einigeFenster für die Kirche des h. Franciscus zu Treviso malte. Die Zeich-nungen dazu hatte ein deutscher Mönch (Theotonius?) im Kloster derMinderbrüder angefertigt 3 ). Bereits 1330 soll Meister Joannes Vitrariode Murano farbige Fenstergläser angefertigt haben. Es wird wohlderselbe Meister sein, welcher als Giovanni, fioler di Murano 1317 vomGrossen Rath das Privileg erhielt, Fensterglas zu machen. Sonst hörenwir nur wenig von Venedig; um 1400 waren Totnmasino d’Alexandriaund 1404 Nicolo aus Venedig als Glasmaler am Mailänder Dom thätig.
Im 14. und 15. Jahrhundert wurde die Glasmalerkunst in Tos-cana stark betrieben, insbesondere von den Gesuati, welche in denKathedralen von Florenz, Arezzo und anderwärts arbeiteten.
Die Todtenliste der Dominikaner im Kloster Sta. Maria Novellain Florenz nennt Giacomo di Andrea (+ 1369) 4 ). Fra DomenicoPollini aus Cagliari auf Sardinien lebte zu Pisa während der erstenHälfte des 14. Jahrhunderts. Die Kloster-Chronik rühmt seine Verdienste:Frater Dominicus Sardus de Pollinis Kallaritanis fuit valde gratiosus etprobus, soavissime conversationis. Cantabat bene, scribebat pulcre, etfenestras operabatur optime. Aehnliches Lob spendete der Chronist demFra Michele Pina aus Pisa, der ein vollendeter Meister der Glasmalereigewesen sein soll. Ihm wurde das nicht mehr vorhandene grosseFenster in der Dominikanerkirche zu Pistoja sowie ein Fenster imRefektorium des Klosters St. Katharina zugeschrieben. Er starb 1340.Der Laienbruder Andrea malte ein Chorfenster in der Kirche St. Katharina ;im Fuss des Fensters war sein Name verewigt.
Das grosse Fenster der Kirche S. Francesco zu Pisa wurde voneinem ungenannten Künstler um 1340 gemalt. Dieses Fenster wurde1585 von P. Johanne Antonio Nerucci wiederhergestellt. Ein anderes
*) Dolmetsch, II., Der Ornamentcnschatz, Taf. 37 u. 40.
2 ) Lettera dal Venazza al P. Guglielmo della Valle. Giornale di Pisa 1794.
3 ) Unter Quellenangabe bei Mrs. Merrifield LXII.
4 ) Marchese, Vite de Pittori etc. Domenicani, vol. I, p. 391.
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