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2. Theil, Die Geschichte der Glasmalerei Bd. 1 (1898) Die Frühzeit bis zum Jahre 1400
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auch die Verbleiungen, zwischen 1250 und 1280 angefertigt sein dürften.Auf Grund der Thatsache, dass die Wappenschilde im Kapitelhaus, inder Kirche zu Selling und zu St. Albans nach demselben Karton ge-schnitten sind, glaubt Westlake die Fenster einer und derselben Werk-stätte zuschreiben zu dürfen.

Ueberbleibsel des 13. bezw. 14. Jahrhunderts sollen in Wiltonund 1 ) Orchester sich befinden.

Nach Exeter') wurde 1303 und 1317 Grisail von Rouen ausgebracht; 1303 und 1304 wird dort der glazier Walter genannt und1391/92 der glasyer Robert Lyen (Warrington 38 u. 48).

Bere Ferrers. Im Ostfenster ein knieender Ritter mit demModell der Kirche und eine betende Frau, laut Inschrift auf dem gelbenBande Ritter William Ferrers und seine Gemahlin. Die Gestalten sindunvermittelt in den weissen, bemusterten Rautengrund, der von netzförmigvertheilten, rothen Perlstreifen überzogen ist, eingesetzt. Das Ganze isteine Arbeit aus den dreissiger Jahren des 14. Jahrhunderts.

Wells. Die Glasmalereien von Wells sind eigen in ihrer Art;sie unterscheiden sich merklich von den meisten englischen Denkmälern.Hier dürfte französischer Einfluss obgewaltet haben. Die Fenster sindgut in der Zeichnung, vortrefflich in der Farbengebung. Silbergelb istbereits in ausgedehntem Masse angewandt. Die Fenster entstammen derersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, vielleicht der Zeit zwischen 1320und 1330. 1325 wurde zur Herstellung von Fenstern ein Ablass bewilligt.

Im Chor mehr oder weniger gut erhaltene figürliche Reste unterBaldachinen; interessante Figuren in ornamentaler Umrahmung füllendas Masswerk.

Im siebentheiligen Ostfenster ein herrlicher Stammbaum Jesse,eben so prächtig in der Farbenstimmung wie tüchtig in der Zeichnung.Im mittlern Theil unten Jesse, darüber die Jungfrau mit dem Kinde, inder Spitze der Gekreuzigte. Im untern Drittel der Seitenlichter dieVorfahren Jesses, im zweiten Könige und Propheten, zu beiden Seitendes Kreuzes Maria und Johannes. Im Masswerk das jüngste Gericht.

Achnliche 1 )arstcllungcn, nur theilweise erhalten, in den Ostlcnstern der Kathe-drale zu Carlisle und in der Selby-Ablei (Yorkshire). Westlake erwähnt einenweitern Stammbaum zu Mancetter bei Atherstone.

In der Kapelle U. L. Frau mehrere gemalte Fenster; in denMasswerken Köpfe, nach Westlakes Ansicht besonderes Merkmal fürWells. In einem Fenster unter reich entwickelter Architektur ein Prophet,Eva und die Schlange, Maria und David, die eherne Schlange undMoses '*).

l ) Winston, Art of Glass Iainting, S. 171.

-) Vergl. auch Winston, Art of Glass lainling, S. 167 u. f.