Autun. In den Akten der Kathedrale befindet sich folgende bemerkens-werthe Notiz aus den Jahren 1294—95 : Item Magistro Stephano pro verreriis beatiNazarii et Lazarii reficiendis, xj libr. xvj sol xiij den. In Montenoison beiCosne an der Loire hat nach einer Aufzeichnung im Archiv zu Dijon eine Glashüttebestanden (Last. 304).
Dijon. Bereits 1372 war Perrin Girole, aus Baignes bei Vesoul, für denHerzog Philipp den Kühnen zu Dijon thätig; er restaurirte die Fenster im Zimmerdes Herzogs. Jean de Beauines hatte von 1375 — 1397 für den Herzog gearbeitet,zuerst in Paris, dann in Dijon, wo er sich mit Guillaume de Franchevilleund Gerard de la Cha pelle vereinigte. Sein Nachfolger war PI en ne quinMoulone. Seit dem Jahre 1383 wird Henry Glasemake (auch Glasmack,Glocemake und Clomosack) ouvrier en voirre et bourgeois de Malines genannt, der ander Chartreuse de Champmol vor den Thoren Dijons im Aufträge des Herzogs wirkte.Die genannten Jean und Guillaume malten dortselbst 20 pieds d’ymageries für denBetsaal und fiir die Kapelle des Herzogs zu Champmol. Um 1384 lebte zu DijonJehan de Borcet; er lieferte ,,32 pieds de verre et 18 ymaiges peintes etrecuites de verrerie pour les fenelres de la salle“. Ausserdem wird 1390 Robert deCambray als verrier du duc genannt. Jean de Troyes lieferte die Ver-glasung für das Schloss zu Rouvre. Nähere Einzelheiten bei Lasteyrie (S. 300 u. f.).
Semur. Ueber die Fenster in der Kathedrale von Semur ausder Zeit zwischen 1240 — 1250 vergl. Viollet-le-Duc.
Auxerre *). Gottfried, Bischof von Auxerre ( 1052 — 1076) hatteseine Kathedrale mit Glasmalereien bereichert undu. a. auch eine Präbendefür einen vitrearium sagacem ausgeworfen (Hucher, Le Mans, S. 4,Last. 184, Anm.). Die an Stelle der niedergebrannten neu errichteteKathedrale besass gleichfalls den Schmuck von Glasmalereien * 2 ).
Die grossen Chorfenster der jetzigen Kathedrale werden Henride Villeneuve, der 1220 den Bischofstuhl bestieg, zugeschrieben, in derMitte Jesus Christus, ausserdem Märtyrer, Propheten und Apostel; ineiner Rosette Sieg der Tugenden über die Laster, in einer andern dieWissenschaften. Die Fenster des Hochchores sind von Grisail umrahmt.
Im Chorumgang und in den Chorkapellen gleichalterige Arbeitendes 13. Jahrhunderts, Einzelfiguren und Legendenfenster: Legende derHeiligen, Vorgänge vor und nach der Siindfluth, Geschichte Samson’s,Legende von der Versuchung des Architekten durch den Teufel; in derMitte die h. Jungfrau und ein knieender Priester mit dem Modell desFensters, Hurricus presbyter (Abb. bei Westlake I, 87 u. 88).
J ) Vgl. Descript. des verrieres de la cath^dr. d’Anxerre par l’Abbe Bonneau,Paris 1885- Extr. du Bull, de la Soc. des Sciences hist, de l'Yonne, 2 sem. 1885.
2 ) Fenestras etiam IV seniori altari Iumen prestantes mirabili opere fecit(Bischof I-Iumbaut) atque in anteriori parte ecclesiae XXIII juxta chor quoque duasvitreavit. — Anterius pignaculum et posterius cum vitris ad ipsa pertinentibus fecit(Bischof Guillaume de Toucy [Last. 185]).
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