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2. Theil, Die Geschichte der Glasmalerei Bd. 1 (1898) Die Frühzeit bis zum Jahre 1400
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St. Radegonde. Die mehr eigenartigen als geschmackvollenFenster sind Erzeugnisse des 13. Jahrhunderts. Zwei Fenster mit derGeschichte der h. Radegundis sind einzig in ihrer Art; die farbigenFiguren sind unmittelbar in unruhigen Grisailgrund eingesetzt (Last.Taf. XVIII u. XIX). Auf Tafel XX veröffentlicht Lasteyrie das ingeschickter Weise ausgefüllte Masswerk mit der figurenreichen Dar-stellung des jüngsten Gerichts, ebenfalls eine Arbeit des 13. Jahrhunderts.

Limoges *). Bereits 1214 besass die Kathedrale ein Glasfenster,welches durch einen vom Glockenthurm herabfallenden Stein zerstörtwurde. Die heute noch erhaltenen Fenster, die Nordrose und dergrösste Theil der Chorfenster, gehören in’s 14. Jahrhundert. Die Chor-fenster enthalten je zwei Einzelfiguren, Heilige, Apostel, Propheten, dieh. Jungfrau mit dem Engel der Verkündigung. Ausserdem einigeFelder aus der Zeit zwischen 1322 — 1530. Im Schiff sind nur nochReste erhalten.

Clermont-Ferrand * 2 ). Im Chor und in den Chorkapellen einestattliche Reihe von Glasmalereien des 13. Jahrhunderts. In den Chor-fenstern plump gezeichnete und massig durchgeführte Standfiguren vonAposteln, Propheten und Patriarchen: zwei wurden im 14. Jahrhundertdurch andere Figuren ersetzt. In den Kapellen mehrere Heiligen-legenden; in den Rosen und Galeriefenstern der Querschiffe Arbeitender gleichen Zeit.

Im Südwesten Frankreichs sind es die Städte Reziers, Car-cassonne und Narbonne, welche alte Glasmalereien besitzen.

In Toulouse sah Lasteyrie in der ehemaligen Dominikanerkirche an ver-blendeten Fenstern imitirte Grisailmuster aus der Uebergangszeit vom 13. zum 14.Jahrhundert; jedenfalls hatten die frühem Glasfenster dieselbe Musterung.

Beziers. Die Glasmalereien der Kathedrale, I.egendenfenster des.14. Jahrhunderts, nach Lasteyrie vielleicht noch dem 13. angehörig,sind derart im Geschmack des 18. Jahrhunderts umgearbeitet, dass ihrEindruck nur sehr mangelhaft ist.

Carcassonne. In der Kathedrale St. Nazaire besitzt das F'ensterhinter dem Altar Glasmalereien des beginnenden 14. Jahrhunderts, linksin rechteckigen Medaillons Propheten, rechts legendarische Scenen inovaler Umrahmung. I11 der Farbengebung hat es einige Aehnlichkeitmit dem mittlern Hochfenster des Chores im Kölner Dom.

*) Vergl. Texier, Ilistoire de la peinture sur verre en Limousin,Limoges et Paris 1847. — Lasteyrie 273, Abb. Taf. XL 1 II.

2 ) Thevenot, Recherches hist, sur la cath. de Clermont, suivies d’un plande restaur. de ses vitraux, Clermont 1836. ( Ann. scient. et litt, de l’Auvergne t. IX.)— Thibaud, De la peinture sur verre, Clermont 1835.

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