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2. Theil, Die Geschichte der Glasmalerei Bd. 1 (1898) Die Frühzeit bis zum Jahre 1400
Entstehung
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Gegen Ende des 13. und im Anfang des 14. Jahrhunderts werdendie Bordüren schmäler und einfacher. Die einfachste Form besteht ausZusammenstellungen verschiedenfarbiger Quadern, Rosetten, Rechtecke,Dreiecke, welche, blank oder mit einem Blattmuster bemalt, in richtigerFarbenwahl die Fenster harmonisch einschliessen; alle möglichen geo-metrischen Figuren, fortlaufende Bänder, gothisches Laubwerk, stilisirtoder wachsend, Wappen, Thiere und Vögel aller Art bieten die Motivezu den gothischen Bordüren, die jetzt oft auch in doppelter Reihe auf-treten, so z. B. an den Fenstern des Münsters zu Strassburg.Einzelne Fenster haben hellfarbige, auf Roth, Blau, Gelb oder Grün ein-gebleite Schriften, die sich auf den Inhalt der Fenster beziehen, alseinfassende Bordüre, so z. B. zu Rothenburg o. d. T. und inSt. Martha zu Nürnberg. Leider sind die Abbildungen alter Bor-düren in allen möglichen Werken zerstreut.

Es wäre wirklich dringend wünschenswerth, dass, etwa unter Leitungder Behörde, das kostbare Material einheitlich gesammelt und nacheinem festen System, zum Theil in farbigen, zum Theil in ein-fachen Zeichnungen, herausgegeben würde. Dies gilt für alle altenWerke der Glasmalerei; denn mit der bisherigen Zersplitterung wird niemalsetwas Vollendetes zu erreichen sein; Monographien einzelner Domebringen vielfach auch das Minderwerthige. Möchten doch die einzelnenBehörden, staatliche, provinziale und städtische, wenigstens in Zukunftein Format, ein festes Schema einhalten, sonst werden dieeinzelnen Werke das Loos der frühem theilen, sie werden später alsvereinzelte Exemplare in grossem Bibliotheken vergraben liegen.

Die farbigen Mosaik-Teppiche,

Wie bei den übrigen ornamentalen Fenstern, so ist auch bei denmusivischen Farbenteppichen das Muster, welches durch geometrisch-liniäres, pflanzliches, figürliches, symbolisches sowie endlich aus denverschiedenen Arten gemischtes Ornament gebildet wird, so angelegt,dass es in bestimmten Abschnitten wiederkehrt.

Bei der einfachsten Form ziehen sich helle bemusterte Bänder ingeraden oder gewundenen Linien auf tieffarbigem Grunde über dasganze Fenster; ein hübsches l’erl-Band-Muster besitzt die Predigerkirchezu Erfurt, während in der Elisabethenkirche zu Marburg ein aufblau gemustertem Untergrund aufliegender verzierter Mäander dasFenster ausfüllt (beide Muster bei Sch. und R. n, reichere Muster zuSteyr, Kolb 39).

Ueberaus farbenglühende Teppiche ähnlicher Art aus der Zeitum 1290 schmücken Ghorfenster von St. Peter und Paul zu Weissen-burg i. E. Reich verschlungene Perlbänder verflechten sich auf viel-farbigem Grunde zu reizendem Netzwerk und werden in Bezug auf die