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2. Theil, Die Geschichte der Glasmalerei Bd. 1 (1898) Die Frühzeit bis zum Jahre 1400
Entstehung
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Aussehen. Die Vorzüge des gestupften Ueberzuges liegen klar zu Tage;die Schattenpartien lassen immer noch den Grundton des Glases durch-scheinen und wirken dadurch heller und glasiger.

Der Vorgang des Einbrenn ens ist folgender. Durch Erwärmender Platten, die, um ein Festbacken des Glases an das Eisen zu verhüten,mit einer Schicht Kalk oder Kreide bestreut waren, wurden die 'Dünstedes Bindemittels, bei Theophil Wein oder Harn, später Gummiwasseroder Oel, ausgetrieben, verflüchtigt, so dass nur das schmelzbare Glas-pulver auf der Oberfläche des Glases haftet. Letztere und das aufge-tragene Glasschwarz werden durch die Rothgluth so weit erweicht, dassdas Schwarzloth in das Glas hineinschmilzt, -sich also auf das engstemit ihm verbindet. Nacli dem Brande bleibt das Schwarzloth gewisser-massen als eine erstarrte, verkieselte Tuschlage in ihrer ganzen Masseund mit allen ihren Abstufungen auf der Glasfläche stehen, mag eslineär in Deckstärke oder als grauer oder brauner, durchscheinenderHalbton aufgetragen sein. Nur die Halbtöne verlieren etwas von Stärkeund Deckkraft. Bei der einfachen Brennvorrichtung der Alten war esnicht zu vermeiden, dass sich Aschentheilchen auf die Gläser nieder-schlugen und dass bei starkem Brande die Glasstücke durch denbeginnenden Schmelzprozess stark angegriffen wurden; dadurch wurdejedoch der bereits oben gewürdigte monumentale Charakter der altenGlasstücke noch erhöht.

Wie heute, so hing auch damals die Haltbarkeit der Malfarbe vonihrer Zusammensetzung ab. Jede Glasfarbe ist ein Bleisilikat, einechemische Verbindung von Blei und Kiesel. Das Geheimniss der Dauer-haftigkeit einer Glasfarbe beruht auf der Kunst, die Farbe, unbeschadetihrer Schmelzbarkeit, so hochgradig zu verkieseln, sie so mit Kiesel zuübersättigen, dass die Farbe die Härte und Widerstandsfähigkeit desGranit und des Feuersteins annimmt und allen Witterungseinflüssentrotzen kann.

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