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2. Theil, Die Geschichte der Glasmalerei Bd. 1 (1898) Die Frühzeit bis zum Jahre 1400
Entstehung
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nach Christus, durch Eiibke *) bestätigt. Auch Nesbitt 2 ) berichtet vonGlasscheiben, die in den Ruinen römischer Häuser in England undin Italien gefunden wurden.

Genauere Untersuchungen über die Erfindung des Glases, d. h.des Glasgemenges, der Glasmasse, erachten wir, als nicht in denRahmen unserer Aufgabe gehörig, für überflüssig; sie gehören eher ineine Geschichte der Techniken bezw. der Kleinkünste, wo sie als selb-ständige Erzeugnisse in der Form von Gefässen oder Schmuckgegen-ständen ihre eingehende Beschreibung finden mögen, oder in eine Schilde-rung des Mosaik, des Emails oder der Goldschmiedekunst, in der dieGlasmasse ebenfalls vielseitige Verwendung findet. Hier sollen nur einigekurze Bemerkungen Platz finden, wobei wir wohl kaum zu betonenbrauchen, dass die ersten gläsernen Erzeugnisse in der Herstellung vonPerlen, Pasten, emaillirten Schmucksachen und Gefässen bestanden,während das Tafelglas erst einige Jahrtausende später erfunden wurde.

Die von Tacitus und Strabo dem Plinius nacherzählte Fabel,laut welcher vom Sturm an die Küste geworfene Phönizier an denUfern des Flusses Belus beim Kochen ihrer Speisen das Glas zufälligentdeckt haben, ist, abgesehen von anderweitigen geschichtlichen Nach-richten, schon deshalb hinfällig, weil bei dem nur mässigen Hitzegradeeines solchen Feuers die zur Bildung der Glasmasse nothwendigen Be-standtheile nicht zum Schmelzen gekommen wären. Demzufolge wardie Entstehung des Glases auf eine derartige Weise technisch un-möglich. Sehr früh stossen uns bei den Aegyptern bestimmte An-haltspunkte für das Vorkommen des Glases auf. In den Gräbern, beiden Mumien aufgefundene Glasgegenstände, Glasperlen, Trinkgefässe,gepresste Götter- und Thiergestalten, gefärbte Gläser als Nachahmungvon Edelsteinen, ja sogar eine Abbildung der Verrichtungen bei derGlasbläserei, welche in den Grabkammern von Beni Hassan aus derZeit des mittlern Reiches (2200 bis 1900 vor Cbr.) entdeckt wurde,weisen auf einen sehr frühen Ursprung des Glases hin. Dass das Glasund die Glasmacherkunst von Aegypten aus sich nach Assyrien und

*) 13 r. Wilhelm Liibke, Ueber die alten Glasgemälde der Schweiz.Zürich 1866, Anm. 3.Die bessern römischen Niederlassungen der Schweiz zeigenzahlreiche Spuren von Scheiben eines dicken, durchsichtigen hellgrünlichen Glases,welches aus ziemlich grossen gegossenen Tafeln bestand. Mehreres der Art ist inWindisch gefunden worden. In Kloten war ein Rest einer solchen Scheibe, durchGips befestigt, in der Fensteröffnung noch an seinem alten Platze, so dass für dierömischen Niederlassungen der Schweiz der Gebrauch des Fensterglases im 2. und 3.Jahrhundert nach Christus vollständig bezeugt ist.

Vergl. Dr. F. Keller, die römisch. Ansiedelungen in der Ostschweiz, in denMitth. der Ant. Gesellschaft in Zürich Bd. XV, lieft 2, S. 53.

) Notes on the history of glass-making by Alex. Nesbitt. 1869,