überstrich. Nach dem Trocknen sollte es das Aussehen des Glaseshaben. Bei der zweiten wurde statt des Firnisses Leinöl angewandt, umdas ganze Feld durchscheinend zu machen. Bei der dritten wurde dasPergament durch reine Leinwand ersetzt; diese wurde bemalt, getrocknet,mit Fiweiss und Gummiwasser behandelt und zum Schluss gefirnisst;das glasartige Feld war fertig: Recht alte Vorläufer unserer heutigen1 )iaphanien !
Kurze Angaben über die Erfindung des Glases.
Die Verwendung des Glases zum Fensterverschluss tritt erst ziem-lich spät auf. Einige wollen diesen Gebrauch des Glases in das ersteJahrhundert nach Christus hinaufweisen und bringen als Beweise eineStelle aus Seneca 1 * ), und die Erzählung, welche der Jude Philon 3 ) überseinen Empfang beim Kaiser Caligula gemacht hat; andere nehmen dasdritte Jahrhundert an. Winckelmann fand in einem Hause vonHerculanum Glasscherben; später fand man weitere Stücke in Pompeji,welche im Museum von Neapel aufbewahrt werden "). Nach Ansichtvieler Archäologen ist es jedoch mehr als zweifelhaft, ob diese .Resteaus Glasfenstern stammen; die Wahrscheinlichkeit ist grösser, dasssie zur Wandbekleidung gedient haben. Die von Wackernagel 4 )gesammelten Nachrichten scheinen so überzeugend, dass man schwerlichan Glasfenster denken sollte und die in den Badehäusern von Pompejiaufgefundenen Scherben von mattgeschliffenem weissem Glase unbedenk-lich als Reste einer mosaikartigen Wandbekleidung ansehen möchte.
1 ) Seneca Epist. 90: „Quaedam nostra demum prodiisse memoria scimus,ut specularioriun usum perlucente testa darum transmittentium lumen.“
") Philon. , Opera graeca-lalina. Paris 1640.
■') Mazois, Antiqu. de Pompei, 3. partie p. 77, 1. partie p. 54.
*) Seite 118, Anm. 13. Ima pars scenae e marmore fu.it, media e vitro, inau-dito etiam postea genere luxuriae, summa e tabulis inauratis: Plin. II. N. 36, 24, 7.Pulsa deinde ex humo pavimenta in Cameras transiere, e vitro: novitium et hoc in-ventum. — Non dubie vitreas facturus Cameras, si prius inventum id fuisset auta parietibus scenae, ut diximus, Scann pervenisset in cameras: ebend. 36,64.— At nuncquis est, qui sic lavari sustineat? Pauper sibi videtur ac sordidus, nisi parietes magniset pretiosis orbibus refulserunt, — nisi vitro absconditur camera: Seneca. Epist. 86.— Vitreis quadraturis bitumine aliisque medicamentis insertis doinum induxisse per-hibetur: Vopiscus im Eirmus 3. — An der Gräberstrasse zu Pompeji wurde eine mitbuntem Glasmosaik überkleidete Backsteinsäule gefunden : Zahn, Ornamente allerklassischen Kunstepochen T. 60. — Weiterhin verweist Wackernagel auf Theo-
philus II, 12 und lugt auf Seite 120, Anm. 25 noch hinzu: „Die Wölbung des Tepi-dariums in dem öffentlichen Badehause zeigt noch die viereckicht vertieften Felder,die einst das Glas mag gefüllt haben.“
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