malerischen Ausschmückung der Kirchen als auch betreffs des erzieh-lichen, erbauenden Einflusses der Malerei stellte sich der strengeC ist er eien ser-Orden , wie wir aus seinen Statuten') und aus einervon Emeric David * 2 3 ) überlieferten Anekdote ersehen. Gleichwohlwurden diese Vorschriften :: ) Bernhard’s von Clairvaux, von dem Ordennicht sehr peinlich innegehalten, wie dies erneute scharfe Erlasse undvor allem die hinterlassenen Denkmäler oder deren Beschreibungen, soz. B. diejenigen von Kloster Ebrach 4 ), auf’s deutlichste darthun. Undtrotzdem muss man vielfach die Ansicht aussprechen hören, die altenGlasmaler hätten lediglich dekorativ wirken, nur gläserne Teppichezum Verschluss der Fenster schaffen wollen. Doch darüber später“).
Aus dem engen Zusammenhang unserer farbenglühenden Kunstmit dem Christenthum erklärt sich die Erscheinung, dass das Gewerbedes Glasmalers die Geschicke der Kirche theilte. Im frühen Mittelalterentstand die Glasmalerei mit den grossen christlichen Kirchenbauten, imhohen Mittelalter entfaltete sie sich zu grossartiger Bliithe in den herr-lichen Klosterkirchen und in den gewaltigen Domen. Unter den fana-tischen Bilderstürmern der sogenannten Aufklärung, unter der sorglosenGleichgültigkeit des vorigen Jahrhunderts ging sie unter. Mit der Wieder-kehr der Völker zur Religion und Gottesfurcht erstand die Glasmalereiwieder zu neuer Bliithe; mit dem Beginn der regen Bauthätigkeit an
*) Art. XIX. Sculpturae vel picturae in ecclesiis nostris, seu in aliquibusmonasteriis ne fiant inlerdicimus, quia dum talibus intenditur, utilitas bonae meditationisvel disciplina religiosae gravitatis saepe negligitur. Annal. cisterc. I. 275.
2 ) Emeric David, T. B. Histoire de la peinture au inoyen-äge 1842,Seite 221. Thes. nov. aneed. t. V. col. 1570 et sequ. Martenne et Durand. EinCisterciensermönch, welcher zwischen 1153 und 1174 schrieb, tadelt dem Cluniacensergegenüber die Ausschmückung seiner Kirche und seines Klosters. ,,Quae sunt illa?“— l’ulchrae picturae, variae caelaturae, utraeque auro decoratae, pulchra et pretiosapallia, pulchra tapetia, variis coloribus depicta, pulchrae et pretiosae fenestrae,
vitreae saphiratae. Ilaec omnia non necessarius nsus,
sed oculornm concupiscentia requirit.
3 ) Siehe später.
4 ) Brevis notitia monast. Ebracensis sac. ordinis Cisterciensis in Eranconia.Romae 1739 S. 32. Die Kirche war magnilicentiae tantae, ut pluribus per GermaniamEcclesiis Cathedralibus non cedat. — Mehr als 50 hohe und weite Fenster, ausserdemvier grosse Rosen, darunter die Uber dem Eingang 40 Fuss im Durchmesser, erleuchtetendie Kirche. Die eine Rose war so gross, dass sie allein zur Beleuchtung der Kirchegenügt haben würde, eique similis per lotam Germaniam non reperiatur. Wenn dieAltäre picturis et arte sculptoria non medioenter adornatae waren, dann kann manfüglich annehmen, dass auch prächtige Glasfenster vorhanden waren, Seite 34:Caeterum magnificemia hujus Ecclesiae tanta est, ut calamo exprimi non valeat.
r >) Vergl. hierzu 1- ICreuser, Der christliche Kirchenbau II. B. und F. X. Kraus,Geschichte der christlichen Kunst 1896. I. Seite 79 u. 1.