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2. Theil, Die Geschichte der Glasmalerei Bd. 1 (1898) Die Frühzeit bis zum Jahre 1400
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BliAthe; in den Klöstern und Stiften erwachte frisches I.eben ; sie wurdenwieder in erhöhtem Masse die Pflanzschulen und Pflegestätten der Künsteund des Kunstgewerbes. In klösterlicher Einsamkeit, fern von demunruhigen Getriebe der Welt, enthoben der lästigen Sorge um das zeit-liche Wohl, schufen die emsigen Mönche Werke, zu denen wir heutenoch mit Bewunderung und Staunen emporsehen. Vor allem war es derOrden der Benediktiner, welcher seine Mitglieder als Träger der Kulturin die unwirthlichen Gaue Germaniens hinaussandte, um dort das Heiden-thum zu bekämpfen und das Christenthum zu predigen. Zugleich abermit der christlichen Lehre brachten die würdigen Söhne des heiligenBenedikt den rauhen Kindern des Nordens Bildung und Unterricht inKunst und Gewerbe.

Heinrichs Nachfolger, Otto I. der Grosse, wurde in seinen edlenBestrebungen, seinem Volke geistige und künstlerische Bildung zu ver-schaffen, von seinem Bruder und Berather, dem Erzbischof Bruno vonKöln, auf das thatkräftigste unterstützt. Ihr Beispiel wirkte anregend aufdie Zeitgenossen. Erzbischöfe, Bischöfe und Aebte wetteiferten in derPflege der schönen Künste, ln der Kulturgeschichte unseres Volkesfinden wir die Namen von Klöstern wie St. Gallen, Tegernsee,Eulda, Corvey und vieler anderer an erster Stelle. Der pracht-liebende Abt Witigowo auf der Reichenau ging sogar in seinenKunstbestrebungen so weit, dass er durch seinen Prachtsinn das Ver-mögen seines Klosters in Unordnung brachte und deshalb 997 seineWürde niederlegen musste. Von den kunstliebenden Bischöfen jenerZeit nennen wir nur Adalbero von Metz, Willigis von Mainz,Rodbert und Egbert von Trier, Meinwerk von Paderborn,besonders aber den kunstsinnigen und kunstfertigen Bernward 1 ) vonHildesheim, den Kugler mit Recht eine der wichtigsten Persönlich-keiten der mittelalterlichen Kunstgeschichte nennt, sowie seinen würdigenNachfolger Godehard.

Um diese Zeit des allgemeinen Wiedererwachens des geistigenLebens in Deutschland, in der Zeit, als Wand- und Buch-Malerei sichbereits zu grosser Bliithe entfaltet batten, entstand oder entwickelte sichvielmehr ein neuer Kunstzweig, die Glasmalerei.

') Bern ward kannte und übte alle Zweige der bildenden Kunst und desdamit verwandten Handwerks.

Nec aliquid artis erat, quod non atlentarit, eliamsi ad unguem pertingere non

valuit. ...]>. 422. Picturam vero et fabrilem atque clusoriam artem et quicquid ele-gantius in hujusmodi arte excogitari vel ab aliquo investigari poterat, nunquam neglectumpatiebatur;.ingeniosos namque pueros et eximiae indolis secum vel ad curtes

ducebat, vel quocunque longius commeabat; quos, quicquid dignius in illa arte occur.rebat, ad exercitium impellebat. Quicquam ramm vel eximium reperiret, incultumtransire non sineret. p. 444. Tangmarus, Vita Sancti Bernwardi ap.I.eibnitz, Script, rerum Brunovicensium. Jlanovrae 1707.