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Der Mysticismus.
von Schätzern der „Zukunfts"-Dichtung gerührt, entzückt undbegeistert. Das ist für die Zeithysterie ebenso bezeichnend wiedas Stück selbst.
Ueberaus merkwürdig und lehrreich ist auch die Geschichteder Berühmtheit Maeterlincks. Dieser mitleiderregende Geistes-krüppel graste seit Jahren gänzlich unbemerkt in seiner Ecke in Gent^nicht einmal die belgischen Symbolisten, welche die französischennoch übertrumpfen, schenkten ihm die geringste Aufmerksamkeit undim großen Publikum hatte Niemand eine Ahnung von seinem Da-sein. Da fielen im Jahre 1890 eines Tages seine Schriften zu-fällig dem französischen Romanschriftsteller Octave Mirbeauin die Hand. Er las sie und sei es, daß er sich über seineZeitgenossen in großem Stil lustig machen wollte, sei es, daßer irgend einer krankhaften Zwangs-Anregung (so möchte ichim Anschluß an Westphals „Zwangs-Vorstellung" das Wort„Jmpulsion" verdeutschen) gehorchte, genug er veröffentlichteim „Figaro" einen Artikel von unerhörtem Uebcrschwang, inwelchem er Maeterlinck für den strahlendsten, erhabensten, er-schütterndsten Dichter erklärte, den die letzten drei Jahrhunderteyervorgebracht haben, und ihm einen Platz neben, ja überShakespeare anwies. Und nun erlebte die Welt eins dergroßartigsten und beweiskräftigsten Beispiele der Suggestion.Die hunderttausend reichen und vornehmen Leute, zu denender „Figaro" spricht, gingen ohne Weiteres auf die Anschauun-gen ein, die Mirbeau ihnen gebieterisch eingegeben hatte.Sie sahen sofort Maeterlinck mit den Augen Mirbeans. Siefanden in ihm alle Schönheiten, die Mirbeau in ihm wahrzu-nehmen behauptete. Andersens Märchen von den unsichtbarenKleidern des Königs wiederholte sich Zug für Zug. Siewaren nicht da, aber der ganze Hof sah sie. Die einen bil-deten sich wirklich ein, diese abwesenden Prachtgewänder Zu-sehen, die Anderen sahen sie nicht, rieben sich aber so langedie Augen, bis sie wenigstens zweifelten, ob sie sie sahen oder