Der MysticiZmus.
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Tief unter Peladan steht Maurice Rollinat, der aberdeuuoch angeführt werden muß, einmal weil er eine bestimmteForm der mystischen Entartung sehr lehrreich verkörpert unddann weil er von allen französischen und vielen ausländischenHysterikern als großer Dichter gefeiert wird.
In seinen Gedichten, die er mit bezeichnender Selbster-kenntniß „Dös Mvrosss"') „Die Nervenkrankheiten" betitelt,verräth er alle Stigmate der Degeneration, die dem Leser nunschon genug geläufig sein dürften, daß ich mich mit einemkurzen Hinweis auf sie begnügen kann.
Er fühlt in sich verbrecherische Antriebe. „Die bösen Ge-danken kommen überall, zu jeder Stunde, mitten in meiner Ar-beit, in meine Seele. . . Ich lausche unwillkürlich den höllischenTönen, die in meinem Herzen erklingen, wo Satan pocht, undtrotz meines Grauens vor den gemeinen Saturnalien, derenSchatten schon genügt, um mich zu empören, lausche ich un-willkürlich den höllischen Tönen. . . Das Gespenst des Ver-brechens schleicht in meinem Schädel um meinen Verstandherum. . . Mord, Schändung, Diebstahl, Muttermord zuckendurch meinen Geist wie wilde Blitze" u. s. w. („Ds kantoiiwein orinis.")
Das Schauspiel des Todes und der Verwesung hat für ihneine starke Anziehungskraft. Er weidet sich an Fäulniß undschwelgt in Siechthum. »Meine gespenstische Geliebte, vomTode erreicht, spielte vor mir, bläulich und violett; . . .knochige Nacktheit, keusch in ihrer Magerkeit! Schönheit derebenso traurigen wie heiß verliebten Schwindsüchtigen! . . .Neben ihr öffnete ein Sarg gierig seinen langen Rachen undschien sie zu rufen. . ." („I/ainanto inneabrs.") „Sie
') Llauries Lollinat, I/ss Issvroses. (ll,ss Lines — lies Imxn-rss — lies LskuASs — l/ss Lpsctres — I>ss Pänsdrss.) Lvee nnxortraib äs 1'imtsnr par k*. vesiuonlin. Paris, 1883. Ebenso bezeich-nend ist von seinen späteren Gedichtsammlungen »L'Linms«, Paris, 1891.