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1 (1892)
Entstehung
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264
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Der Mysticisnuis.

auf den Geisteszustand seiner Leser zurückzuführen ist, erhelltam deutlichsten aus der Verschiedenheit der Theile seinesSystems, die in den verschiedenen Ländern Eindruck machten.In jedem Volke erweckten eben nur die Töne einen Widerhall,auf die sein eigenes Nervensystem gestimmt war.

In England fand die Geschlechtsmoral Tolstois dengrößten Anklang, denn dort verurtheilen die Wirthschaftsver-hältnisse eine entsetzlich große Anzahl Mädchen gerade dergebildeten Klassen zur Ehelosigkeit und diese bedauernswerthenGeschöpfe müssen natürlich aus einer Lehre, welche die Keusch-heit als höchste Würde und erhabenste Menschenbestimmungfeiert und die Ehe mit düsterem Grimm als scheußliche Ver-worfenheit brandmarkt, reichen Trost für ihr vereinsamtes,inhaltloses Leben und ihre grausame Ausschließung aus derMöglichkeit der Erfüllung ihres natürlichen Berufs schöpfen.DieKreutzer-Sonate" ist deshalb das Erbaunngsbuch aller-alten Jungfern Englands geworden.

In Frankreich schätzt man am Tolstoismus hauptsächlich,daß er die Wissenschaft zur Thüre hinauswirft, den Verstandaller Aemter und Würden entsetzt, die Rückkehr zum Köhler-glauben predigt und die Armen im Geist allein glücklich preist.Dies ist Wasser aus die Mühle der Neokatholiken und dieselbenMystiker aus politischer Absicht oder Entartung, die demfrommen Symbolismus eine Kathedrale erbauen, richten auchTolstoi einen der Hauptaltäre in ihrer Kirche auf.

In Deutschland ist im Ganzen für die Enthaltungs-Moralder Kreutzer-Sonate und die geistige Umkehr vonMeineBeichte",Meine Religion" undFrüchte der Bildung"wenig Begeisterung zu spüren, dagegen erhebt seine deutscheGemeinde Tolstois verschwommenen Sozialismus und seinekranke Nächstenliebe zu ihrem Dogma. Alle unklaren Köpfein unserm Volke, die nicht aus nüchterner wissenschaftlicherNeberzeugung, sondern aus hysterischer Emotivität eine Hin-