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Der Mysticismus.
steht er sehr hoch, wenn er auch seinen Landsmann Turgenjewnicht erreicht, den er gegenwärtig in der Schätzung der Mengein den Schatten gestellt zu haben scheint. Tolstoi besitzt nichtdas herrliche künstlerische Ebenmaß Turgenjews, .bei dem nieein Wort zu viel ist, bei dem es keine Längen und keine Ab-schweifungen gibt und der, ein echter, hoher Menschenformer,prometheisch über seinen Gestalten steht, denen er Leben ein-haucht. Selbst die größten Bewunderer Tolstois geben zu,daß er weitschweifig ist, sich in Einzelheiten verliert und vonihrer Fülle nicht immer mit sicherm Geschmack das Noth-wendige herauszuheben, das Entbehrliche zn opfern weiß.Von dem Roman „Krieg und Friede" sprechend sagt deVogus^): „Paßt die Bezeichnung Roman auf dieses ver-wickelte Werk? . . . Der sehr einfache und sehr lose Fadender Romanhandlung dient zur Verknüpfung von Hauptstückender Geschichte, der Staatskunst, der Philosophie, die kunter-bunt durch einander in diese Polygraphie der russischen Welthineingestopft sind. . . Das Vergnügen will da erkauft seinwie bei einer Bergbesteigung. Der Weg ist manchmal müh-selig und hart; man verirrt sich; man muß sich anstrengenund Plagen. . . Diejenigen, die in der Romandichtung bloseine Zerstreuung suchen, reißt Tolstoi aus allen ihren Gewohn-heiten. Dieser genaue Zergliederer kennt nicht oder verschmähtdie erste Handlung des Zergliederers, die dem französischenGenie so natürlich ist; wir wollen, daß der Romandichterwähle, daß er eine Person, eine Thatsache jaus dem Wüsteder Wesen und Dinge wähle und loslöse, um den Gegenstandseiner Wahl gesondert zu beobachten. Der Russe, beherrschtvom Gefühle des allgemeinen Zusammenhanges, entscheidet sichnicht, die tausend Bande zu zerschneiden, die einen Menschen,eine That, einen Gedanken an den gan.en Weltgang knüpfen."
VoguS sieht die Thatsachen bemerkenswerth richtig, er
>) Me E. M, de BoguS, Ko Kornau russs. Paris, 1888. S. 293 ff.