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1 (1892)
Entstehung
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Der Mysticismus.

was er nachspricht weiß der Mensch thatsächlich, sondern bloswas er unmittelbar erfahren und aufmerksam beobachtet hat,und wenn er sich von den Jrrthümern befreien will, die dasWort ihm zuträgt, so hat er dazu kein anderes Mittel als dieVermehrung seines vollwerthigen Vorstellungsstosfes durch ei-gene Wahrnehmung und aufmerksame Beobachtung. Und dader Mensch hierzu immer nur bis zu einer gewissen Grenzeim Stande ist, so ist Jeder verurtheilt, in seinem Bewußtseinzugleich mit unmittelbaren Vorstellungen und mit Worten zuarbeiten. Das Gedanken-Gebäude, das mit Baustoff von soungleicher Festigkeit aufgeführt wird, erinnert an jene gothischenKirchen, deren beschädigte Stellen von hirnlosen Maurernfrüher mit einem Kleister von Ruß und Käse verstrichen zuwerden pflegten, dem sie durch eine Tünche das Ansehen vonStein gaben. Dem Auge stellt sich die Schauseite tadellos dar.Einem kräftigen Stoße der Kritik widerstehen viele ihrer Theilekeinen Augenblick lang.

Viele irrige Deutungen der Naturerscheinungen, die meistenfalschen wissenschaftlichen Hypothesen, alle Religionen undmetaphysischen Systeme sind so entstanden, daß die Menschenin ihre Gedanken und Urtheile neben Vorstellungen, die ausunmittelbarer Wahrnehmung entsprangen, auch solche, die vonWorten angeregt wurden, als gleichwertige Bestandtheile ein-flochten. Die Worte waren entweder von Mystikern erfundenworden und bedeuteten schon ursprünglich nichts anderes alsden Schwindelzustand eines kranken und schwachen Gehirns,oder sie drückten anfangs zwar eine bestimmte und richtigeVorstellung aus, doch war ihr eigentlicher Sinn den Nach-sprechern nie aufgegangen und von ihnen willkürlich gefälscht,umgedeutet oder verwaschen worden.

Angeborne oder erlangte Geistesschwäche und Unwissenheitführen zu demselben Ziele: dem Mysticismus. Das Gehirndes Unwissenden arbeitet nebelhafte Vorstellungen aus, weil es