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Der Mysücismus.
dunkle Gewalt allerlei Wunderbares zu enthüllen oder doch an-zudeuten sucht, das man sich, meist vergebens, zu crrathen be-müht. Dieser Geisteszustand ist stets mit starken Gemütserre-gungeu verbunden, die das Bewußtsein als eine Folge seinerAhnungen ausfaßt, obgleich umgekehrt jene Emotionen das Vor-bestehende, die Ahnungen aber von ihnen veranlaßt sind undauch ihre besondere Richtung und Farbe von ihnen erhalten.
Dem Mystiker stellen sich alle Erscheinungen der Welt unddes Lebens anders dar wie dem gesunden Menschen. Daseinfachste Wort, das vor ihm ausgesprochen wird, scheint ihmeine Anspielung auf etwas Verborgenes; in den gewöhnlichstenund natürlichsten Bewegungen sieht er versteckte Winke; alleDinge haben für ihn tiefe Hintergründe; sie werfen weitrei-chende Schatten in Nachbargebiete hinüber; sie senden ausge-dehnte Wurzeln in entlegene Unterschichten. Jedes Bild, dasin seinem Geist auftaucht, weist geheimnißvoll verschwiegen,doch mit vielsagendem Blick und Finger aus andere, deutlicheoder schattenhafte Bilder hin und veranlaßt ihn, Vor-stellungen zu verknüpfen, zwischen denen Andere keinerlei Zusam-menhang erkennen. In Folge dieser Eigentümlichkeit seinesDenkens lebt der Mystiker wie von unheimlichen Masken um-geben, hinter deren Larven rätselhafte Augen hervorblickcnund die er mit beständigem. Grauen betrachtet, da er nie sicherist, die Gestalten zu erkennen, die sich unter der Verkleidungum ihn drängen. „Die Dinge sind nicht, was sie scheinen"ist die bezeichnende Aeußcruug, die man vom Mystiker häufigzu hören bekommt. In der Krankengeschichte eines Degenerirtender Magnan'schen Klinik') heißt es: „Ein Kind verlangt vonihm an einem öffentlichen Brunnen zu trinken. Er findetdas nicht natürlich. Dieses Kind folgt ihm. Das setzt ihnin Erstaunen. Ein andermal sieht er eine Frau ans einem
y UsKrain, a. a O. S 200.