Druckschrift 
1 (1892)
Entstehung
Seite
54
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§iu äs 8isels.

auch andere Bekenner an. Junge Leute ohne Urthcil, die nochihren Weg suchen, gehen dorthin, wohin sie die Menge strömensehen, und sie folgen unbedenklich dem Zuge, weil sie glauben,daß er auf der richtigen Bahn dahinschreite. Flachköpfe, welchevor Nichts solche Angst haben, als für zurückgebliebengehalten zu werden, schließen sich ihm mit einem überlautenHoch- und Heil-Gebrüll an, welches sie selbst überzeugen soll,daß sie auch wirklich vor dem allerncuesten Triumphator, derallerjüngsten Berühmtheit einhertanzen. Abgelebte Greise, dieeine lächerliche Angst davor haben, daß man ihr richtiges Altererkenne, besuchen eifrig den neuen Tempel und mischen ihremeckernde Stimme in den Gesang der Andächtigen, weil siehoffen, daß man sie für jung halten werde, wenn man sie ineiner Gruppe sehe, in der junge Leute vorherrschen.

So entsteht ein förmlicher Auflauf um einen unglücklichenEntarteten; dem Hysteriker, welchem Bewunderung suggcrirtwurde, guckt der Modegeck, der ästhetischeGigerl", über dieSchulter, dem Jugendheuchler tritt der Streber auf die Füßeund zwischen sie alle drängt sich mit Ungestüm die neugierigeGassenjugend, die überall dabei sein muß, woetwas los ist."Und diese Menge macht, weil sie von Krankheit, Eigennutz undEitelkeit getrieben ist, sehr viel mehr Lärm und Getümmel alseine weit größere Anzahl gesunder Menschen, die sich ruhigund ohne selbstsüchtige Nebenabsicht an den Werten gesunderTalente erfreuen und sich nicht verpflichtet fühlen, ihre Schätzungauf der Straße auszubrüllen und harmlose Entgegenkommende,die in ihr Gejohl nicht einstimmen wollen, mit Todtschlagzu bedrohe«.