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äs 8isels.
Halbträuer gehüllt scheinen, so drückt sich in dieser Vorliebefür Violett einfach die Nervenschwäche der Maler aus.
^ Noch eine Erscheinung ist in hohem Grade für die Ent-
artung der Einen, die Hysterie der Anderen bezeichnend, unddas ist die Bildung von geschlossenen, nach Außen sich schroffabsondernden Gruppen oder Schulen, die gegenwärtig in Knust-nnd Schriftthum beobachtet wird. Gesunde Künstler oder Schrift-steller, deren Geist sich im Zustande des regelrechten Gleich-gewichts befindet, werden nie daran denken, sich zu einer Ver-bindung zusammenzuthun, die man nach Belieben eine Sekteoder eine Bande nennen kann, einen Katechismus zu ersinnen,sich an bestimmte ästhetische Dogmen zu binden und für diesemit der fanatischen Unduldsamkeit spanischer Inquisitoren ein-zutreten. Wenn irgend eine menschliche Thätigkeit, so ist diekünstlerische eine individuelle. Das wirkliche Talent ist immerpersönlich. Es gibt in seinen Schöpfungen sich selbst, seineeigenen Anschauungen und Empfindungen, nicht aber angelernteGlaubenssätze irgend eines ästhetischen Apostels wieder; es folgtseinem Schasfenstriebe, nicht aber einer theoretischen Formel,die der Stifter einer neuen Kunst- oder Literaturkirche predigt,es gestaltet sein Werk zu der Form, die ihm organisch noth-wendig ist, nicht zu der, welche ein Häuptling für die vonder Tagesmode geforderte erklärt. Die bloße Thatsache, daßein Schriftsteller oder Künstler sich auf ein Schlagwort,-a irgend einen „ismus" einschwören läßt, daß er mit Gejohlhinter einer Fahne und einer türkischen Musik herläuft, ist einvoller Beweis für Mangel an Eigenart, das heißt für Talent-losigkeit. Wenn die geistigen Bewegungen einer Zeit, auch dieganz gesunden und fruchtbaren, in der Regel in große Haupt-richtungen geordnet werden, die je einen besondern Namenerhalten, so ist dies das Werk von Sitten- oder Literatur-Ge-schichtschreibern, die nachträglich das Gesammtbild einer Epocheüberblicken und zu chrer eigenen Bequemlichkeit, damit sie selbst