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bän äs 8isole.
Schädel eines Schriftstellers zu messen oder das Ohrläppcheneines Malers zu sehen, um zu erkennen, daß er zur Klasse derEntarteten gehört.
Man hat für diese eine ganze Anzahl verschiedener Be-zeichnungen gefunden. Maudsley und Ball nennen sie „Grenz-bewohner", nämlich Bewohner des Grenzlandes zwischen vollerVernunft und erklärtem Wahnsinn; Magnan gibt ihnen denNamen „äoAsnsros snporiours" („höhere Entartete") und Lom-broso spricht von„Mattoiden", (vom italienischen „matto", wahn-sinnig) und „Graphomanen", unter welchen er diejenigen Halb-wahnsinnigen versteht, die schriftstellerischen Drang empfinden.Trotz der Mannigfaltigkeit dieser Benennungen handelt es sichaber um eine einzige Gattung von Individuen, die ihre Zu-sammengehörigkeit durch die Ähnlichkeit ihrer Geistesphysio-gnomie bekunden.
Dieselbe Ungleichmäßigkeit, die wir in der körperlichenEntwickelung der Entarteten beobachtet haben, treffen wir auchin ihrer geistigen an. Die Asymmetrie des Gesichtes undSchädels findet gleichsam ihr Gegenstück in ihren Fähigkeiten.Einzelne von diesen sind ganz verkümmert, andere krankhaftübertrieben. Was fast allen Entarteten fehlt, das ist der Sinnfür Sittlichkeit und Recht. Für sie gibt es kein Gesetz, keinenAnstand, keine Schamhaftigkeit. Sie begehen mit größter Ruheund Selbstzufriedenheit Verbrechen und Vergehen, um irgendeinen augenblicklichen Trieb, eine Neigung, eine Laune zu be-friedigen, und sie begreifen nicht, daß Andere daran Anstoß nehmen.Wenn diese Erscheinung in hohem Grade vorhanden ist, dannspricht man von „moralischem Irrsinn", „moral insamt^Maudsleys'), doch gibt es auch geringere Grade, in welchen
Siehe hierüber namentlich: Krafft-Ebing, Die Lehre vom moralischenWahnsinn, 1871, H. Maudsley, Verbrechen und Wahnsinn, Inter-nationale Wissenschaftliche Bibliothek, und Ob. §srs, OdZdnsrseesnes eteriwinakitd, karis, 1888.