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Wirken bestrebt sind. Dichter und Künstler strengen sich un-ablässig an, diesen Drang zu befriedigen. Ein Maler, der es aller-dings weniger auf neue Eindrücke als auf altbewährte Reklameabgesehen hat, zeigt sein Bild, das den an seinem „Requiem" ar-beitenden sterbenden Mozart schlecht und recht darstellt, Abendsin einem tief dämmerigen Salon, während ein blendenderStrahl geschickt gerichteten elektrischen Lichtes auf das Gemäl-de fällt und ein unsichtbares Orchester leise das Requiemspielt. Ein Musiker geht einen Schritt weiter. Einen Bay-reuther Gedanken bis zum Aeußersten entwickelnd, veranstalteter ein Konzert in gänzlich verfinstertem Saal und erfreut da-mit diejenigen Zuhörer, deren glücklich gewählte Nachbar-schaft ihnen Gelegenheit bietet, im Dunkeln die musikalischenErregungen durch solche anderer Art angenehm zu verstärken.Der Dichter Haraucourt läßt auf der Bühne eine in schwung-volle Verse gefaßte Umschreibung des Evangeliums von Sa-,rah Bernhardt deklamiren, während wie in altmodischen Me-lodramen verhaltene Musik die Schauspielerin mit einer un-endlichen Melodie begleitet. Auch an die von den schönenKünsten bisher schnöde mißachtete Nase wenden sich die Pfad-pfinder und laden sie zur Theilnahme an den ästhetischen Ge-nüssen ein. Im Theater wird eine Brause ausgestellt, welcheParfüms in den Zuschauerraum sprüht. Auf der Bühne wirdeine Dichtung von annähernd dramatischer Form gesprochen.In jedem einzelnen Abschnitt, Aufzug, Auftritt, oder wie man essonst nennen will, herrscht ein anderer Selbstlaut vor, bei jedemwird das Theater von anders gefärbtem Licht beleuchtet, zujedem spielt das Orchester ein Musikstück aus anderer Tonart undversendet die Brause einen andern Duft. Der Gedanke dieserParfüm-Begleitung des Verses ist vor Jahren von ErnstEckstein halb scherzhaft hingeworfen worden. In Paris hatman ihn mit heiligem Ernst verwirklicht. Die Neuerer holenaus der Kinderstube das Puppentheater, um darauf für Er-