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großen Plüschbällcn unverkennbar dem Sombrero der spanischenStierkämpfer nachgebildet ist, welche während der Weltausstel-lung von 1889 ihre Kunst in Paris geübt und den Modistinenallerlei Motive eingcgebcn haben; jene Pflanzt ans ihr Haardas smaragdgrüne oder rubinrothe Sannntbarett der fahrendenSchüler des Mittelalters. Der Anzug setzt die Seltsamkeitender Haartracht und Hntform fort. Hier ein bis zum Gürtelreichendes, an der einen Seite geschlitztes Mäntelchen, das sichvor der Brust wie ein Thürvorhang drapirt und am Saumemit kleinen Seidenknäuelchen besetzt ist, deren unaufhörlichesBimmeln einen nervösen Zuschauer binnen kürzester Frist Hyp-notismen oder in wilde Flucht jagen muß; dort ein griechischerPeplos, dessen Name dem Schneider so geläufig geworden istwie einem ehrbaren Altphilologen; neben der steifen Monu-mental-Robe der Katharina von Medicis und dem hohenPanzerkragen der Maria Stuart die fließenden weißen Gewän-der der Verkündigungs-Engel auf den Schilderten Mem-lings und im größten Gegensätze dazu ein Zerrbild männlicherTracht: anliegender Tuchrock mit weitoffener Brustklappe, Weste,gestärkte Hemdbrust, kleiner Stehkragen und Halsbinde. AlsGrundform erscheint bei der Mehrheit, die nicht hervortretenwill und sich zu Phantasieloser Durchschnittlichkeit bescheidet,ein gequältes Nococo mit verwirrenden Schräglinien, mit un-verständlichen Wülsten, Bäuschen, Schwellungen und Einzie-hungen, mit Faltenzügen ohne vernünftigen Anfang und be-gründetes Ende, worin alle Umrisse der Menschengestalt nnter-gehen und das den weiblichen Körper bald einem Thier derApokalypse, bald einem Armstnhl, einem Triptychon odersonstigem Prunkgeräth ähnlich macht.
Die Kinder der so heransgeputzten Mütter wandeln nebenihnen als Verkörperungen einer der unleidlichsten Verirrungen,ans die jemals die kranke Einbildungskraft einer bejammerns-wertsten alten Jungfer verfallen ist. Sie sind lebendig ge-