Das armenische Königreich in Cilicicn. 39
emdraiigcn, indem sie die Schwache der Griechen, welchedieses Land nicht gegen die plündernden Horden der Türkenzu vertheidigen vermochten, zu ihrem Vortheile benutzten.Sie trafen daselbst im I. 1085 in der Gegend von Maraschmit einem kühnen, listigen und in räuberischen Abenteuerngeübten jungen Manne ihres Volks, Namens Filartus (Ph>-laretus), zusammen, erwählten denselben zu ihrem Anführerund setzten sich, von ihm geleitet, in den Besitz mehrerer festenPlatze des Landes. In kurzer Zeit mehrte sich die Zahlder Anhänger des Filartus so sehr, daß der griechische Kaiseres für rarhlich achtete, mit diesen das Land von Cilicicnplündernden Armeniern in ein friedliches Verhältniß sich zusetzen und den Filartus durch Geschenke sich geneigt zumachen. Filartus kam sogar auf die Einladung des KaisersAlexius Kvmnenus des Ersten nach Constanlinopcl und wurdedaselbst mit dem Titel und der Würde eines Sebastus be-ehrt. Hierauf kehrte er nach Eilicien zurück und erobertemit Hülfe eines Heers, welches ans Armeniern, Perser» undTürken bestand, nicht nur Marasch in Cilicicn, so wie Edcffaam Euphrat, sondern entriß den Türken selbst die StadtAntiochien und unterwarf sich auch das Land von Meli-tcne v). Die Stadt Antiochien behauptete er zwar nur kurzeZeit, weil der von ihm zurückgelassene Statthalter Ismail,ein Perser, durch seine Gewaltthatigkeiten sich selbst undseinen Herrn verhaßt machte, und auch aus Edessa wurdeFilartus, da er die dortigen Einwohner mißhandelte, mit derenBeystande von den Türken vertrieben^); dagegen erwirkteer sich durch den Uebertritt zum Islam von dem Sultan
g) „Daü Land von Eachin und Melitene," l>ey Mnlfaradsch. 2n der la;rclnischcn Nederseyung der syrischen Cüronik sind diese Worte nul>ge>lassen.
ro) aw»Itarc>§> Liiron. S^r. x. 272. :7z.