38 Das armenische Königreich in Cilicien.
Rüben, möglich, den fernem Nachstellungen ihrer Feinde sich ZN ent-
Eder Nu-ziehen. Ein armenischer Anführer, Namens Ruhen (Rufin),ein Anverwandter des vertilgten königlichen Geschlechts, wel-chen die Chronik des Vahram als den Herrn der Burg Ko-sidar bezeichnet 7), entwich nach der Meldung derselbenChronik, als er die Ermordung des Königs Kakig des Zwcy-ten gehört hatte, mit seiner ganzen Familie in das Gebirgedes Taurus, stieg dann an der andern Seite dieses Gebirgesnach Phrygien herab und bemächtigte sich des Platzes Kvrh-moloß. Dort vereinigten sich mit ihm noch andere Flücht-linge seines Volkes, welche ebenfalls auf den Höhen und inden Thälern des Taurus Sicherheit gegen die Verfolgungender Griechen suchten; und Rüben setzte sich vermittelst ihresVeysiandes in den Besitz der Herrschaft über das ganze dor-tige Bcrgland, aus welchem er die Griechen vertrieb. „Dergroße Rüben," bemerkt Vahram, „führte ein heiliges Leben,welches (im Jahre 1095) durch einen seligen Tod geendigtwurde 2 )."
Die Chronik des Vahram beschränkt ihre Meldungenauf die Schicksale des Rüben und der Nachkommen dessel-ben; aus den von Abulfaradsch in seiner syrischen Chronikmitgctheiltcn Nachrichten erfahren wir aber, daß in derselbenZeit, in weicher Rüben seine Herrschaft gründete und be-hauptete, andere Armenier, fünfzig an der Zahl, in Cilicien
7) Nonden, Laroil ok tNe loir Losiiiar, in der Uebersctzung des HerrnNeumann. VLlirara Mironiolo 27. In der syrischen Chronik desAbulfaradsch x. 2§s (letzte Zeile), wo eine Erwähnung der Nachkom-menschaft jenes Anführers sich findet, wird derselbe Nufin
genannt. AuS den in dieser Beylags mltgcthcilten Berichten ist übri-gens die Nachricht zu vervollständigen und zu berichtigen, welche imvierten Buche dieses Werks Kap. I. S. SS folg, von der Entstehung desarmenischen Fürstenthums in Cilicien gegeben worden ist.
8) Vastiom Olironicic x. 27. Lg.