622 Geschichte der Kreuzzüge. Buch VIII.. Kap. XIX.
Neunzehntes Kapitel.
AAahrend der fast dreyjährigen Erledigung des päpstlichenStuhls ') nach dem Tode des Papstes Clemens des Viertenhatte das Collegium der Cardinäle, da es durch seine eigneninucru Streitigkeiten beschäftigt wurde, die Angelegenheitendes heiligen Landes gänzlich aus den Augen verloren. Alsendlich die zu Vitcrbo versammelten Cardinäle, nachdem viel-fältige Beralhungen über die Wahl eines neuen Oberhauptesder Kirche zu keinem Beschlüsse geführt hatten^), durch dievon allen Seiten an sie gelangten Mahnungen waren be-wogen worden, einem Ausschüsse von sechs Mitgliedern ihresCollegiums die Wahl zu übertragen ^), so erhielt die Kirchean Gregor dem Zehnten einen Papst, welcher zwar nichtdurch eine tiefe oder ausgebreitcte Gelehrsamkeit sich aus-zeichnete, in weltlichen Geschäften aber große Erfahrung sicherworben hatte und eben so uneigennützig als freygebig und
1) Clemens iv. war am oy. Novem-ber -2Ü8 gestorben, und ble Wabl sei-nes Nachfolgers Gregor x. erfolgteam >. Scpt. 127,; der päpstlicheStuhl war also zwei) Jahre, neunMonate und zwe» Tage erledigt.Hainati1i Ln.il. cooles, ait a. 1271. §, ig.
2) Den Cardinalbischof Johann vonPorio sollen die Schwierigkeiten derdamaligen Papstwahl zu der spötti-
schen Bemerkung veranlagt haben,man werde wohl das Dach des Pa-lastes, in welchem Las Conclave ge-halten würde, wsgnehmsn muffen,damit der heilige Geist zu den Car-dinälen gelangen könne. Uainatä.I. 0. §. 12.
3) S. die Verhandlungen bcy Ltai-naldus a. a. O. §. 7—n.