726 Geschichte der Kreuzzügc. Buch VIII. Kap. XXII.
jxx, xrst zu emer Berathung, bevor er einen Entschluß faßte.Da die Emire nicht geneigt waren, den Gefahren und Müh-seligkeiten eincS neue» Krieges sich auszusetzcu, sondern ihreReichthümer in Nuhe zu genießen wünschten, so waren diemeisten, als man die Urkunde des letzten mit den Christengeschloffenen Vertrages vorlegte und die einzelnen Bedingun-gen erwog, der Meinung, daß kein hinreichender Beweggrundzur Aufhebung des Waffenstillstandes vorhanden wäre; unddieser Meinung trat selbst Fatheddin bey, welcher die schrifr,liehe Abfassung jener Urkunde besorgt hatte. Fatheddinwandte sich hierauf an den Kadi Mvhieddin, den Verfassereiner Lebensbeschreibung des Sultans Kalavnn, mit derFrage: „was dünkt euch über diese Angelegenheit?" wor-auf Mvhieddin antwortete: „ich bin stets der Meinung desSultans; wenn er den Vertrag aufheben will, so ist er nich-tig, und wenn er denselben ansrecht erhalten will, so bleibter gültig." Fatheddin aber fuhr fort: „Davon handelt essich nicht; denn wir wissen, daß der Sultan den Kriegwill." „So wiederhole ich es," sprach Mvhieddin, „daßich der Meinung des Sultans bin. Da die Franken durchden Vertrag verpflichtet waren, jede Feindseligkeit der ausdem Abendlande nach Syrien kommenden Christen zu hin-dern, so wäre es ihre Schuldigkeit gewesen, entweder dieErmordung der Muselmänner abzuwende» oder sie zu be-strafen, und wenn sie die Macht dazu nicht besaßen, zu ge-höriger Zeit dem Sultan Anzeige zu machen. Da vonallem diesen nichts geschehen ist, so haben die Franken denFrieden gebrochen." Diese Rede des Kadi erfüllte den Sultanmit großer Freude; und die Rüstungen zum Kriege widerdie Christen wurden unverzüglich angefangen
io) Lcbensbcschr. deS SultanS Kar von Horneck erzählt (Kav. 4a; —40Y
lavun bc» Sieinaud x. züg. Ottokar S. 426-416) sehr ausführlich von