Cap. 13.
Erröthen.
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zuprägen; der hierdurch erlangte Eindruck dürfte die Neigung zuerröthen durch die Verstärkung der Gewohnheit, die Aufmerksamkeitauf sich selbst zu richten, bedeutend befestigen.
Die Neigung, zu erröthen, wird vererbt. Dr. Bubgess theilt denFall einer Familie mit, 5 , bestehend aus dem Vater, der Mutter undzehn Kindern, welche sämmtlich ohne Ausnahme bis zu einem äußerstpeinlichen Grade zu erröthen geneigt waren. Die Kinder wuchsenheran, „und einige von ihnen wurden auf Reisen geschickt, um diese„krankhafte Empfindlichkeit zu überwinden; es half aber alles nicht„das Geringste“. Selbst Eigenthümlichkeiten beim Erröthen scheinenvererbt zu werden. Als Sir James Paget das Rückgrat eines jungenMädchens untersuchte, hei ihm die eigenthümliche Art des Erröthens.bei ihr auf; es erschien zuerst ein großer rotlier Fleck auf der einenWange, dann kamen andere Flecke verschiedentlich über das Ge-sicht und den Hals zerstreut. Er frug dann später die Mutter, obihre Tochter immer in dieser eigenthümlichen Weise erröthet wäre,und erhielt zur Antwort: „Ja, sie ist nach mir gerathen.“ Und nunbemerkte Sir J. Paget, daß er durch das Stellen dieser Frage dieMutter zu erröthen veranlaßt habe; sie zeigte dabei dieselben Eigen-thümlichkeiten wie ihre Tochter.
In den meisten Fällen sind das Gesicht, die Ohren und der Halsdie einzigen Theile. welche roth werden; viele Personen fühlen aber,während sie intensiv erröthen, daß ihr ganzer Körper zu glühen undzu prickeln anfängt; und dies beweist, daß die ganze Körperober-fläche in irgend einer Art afficirt sein muß. Man sagt zuweilen, daßdas Erröthen an der Stirn beginne, häufiger thut es dies an denWangen und verbreitet sich später bis auf die Ohren und den Hals ß .Bei zwei von Dr. Bubgess untersuchten Albinos begann das Erröthenmit einem kleinen umschriebenen Flecke auf den Wangen über demNervengeflecht der Ohrspeicheldrüse und vergrößerte sich dann kreis-förmig ; zwischen diesem errötheten Kreise und dem Erröthen amHalse bestand eine deutliche Demarcationslinie, obschon beides gleich-zeitig eintrat. Die Netzhaut, welche bei den Albinos naturgemäßroth ist, nahm unabänderlich zu derselben Zeit an Rötlie zu 6 7 . Jeder-mann muß bemerkt haben, wie leicht nach einmaligem Erröthenfrische Nachschübe von Erröthen, wenn der Ausdruck gestattet ist,einander über das Gesicht jagen. Dem Erröthen geht ein eigen-
6 a. a. 0. p. 182.
0 Moreau, Ausgabe des Lavater von 1820, Vol. IV, p. 303.
7 Bürgess, a. a. 0. p. 38, über die Blässe nach dem Erröthen, p. 177.
Darwin, Ausdruck. 4. Auflage. (VII.) 18