Cap. 10.
Holm, herausfordernder Trotz.
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sammenziehung dieses Muskels ruft eine deutliche Furche auf derWange hervor und erzeugt starke Falten unter dem Auge, besondersan seinem innern Winkel. Die Handlung ist dieselbe wie die einesfletschenden Hundes, und wenn ein Hund sich zum Kämpfen anschickt,so zieht er oft die Lippe auf einer Seite allein in die Höhe, nämlichauf der seinem Gegner zugewendeten. Das englische Wort sneer(höhnen) ist factisch dasselbe wie snarl (fletschen), welches ur-sprünglich snar hieß. Das 1 ist nur „ein Element, welches die Fort-dauer der Handlung bezeichnet“ 16 .
Ich vermuthe, daß wir eine Spur dieser selben Ausdrucksformin dem sehen, was wir ein höhnisches oder sardonisches Lächelnnennen. Die Lippen werden dann verbunden oder beinahe verbundengehalten, aber ein Winkel des Mundes wird auf der Seite nach derverhöhnten Person hin zurückgezogen, und dieses Zurückziehen desMundwinkels bildet einen Theil des wirklichen Verhöhnens. Obgleichmanche Personen mehr auf der einen Seite des Gesichts als auf derandern lächeln, so ist es doch nicht leicht einzusehen, warum imFalle einer Verhöhnung das Lächeln, wenn es ein wirkliches ist, sogewöhnlich auf eine Seite beschränkt sein sollte. Ich habe bei solchenGelegenheiten auch ein leichtes Zucken in dem Muskel bemerkt,welcher den äußern Theil der Oberlippe aufwärts zieht, und wärediese Bewegung vollständig ausgeführt worden, so würde sie den Eck-zahn entblößt und ein leichtes Verhöhnen hervorgebracht haben.
Mr. Bulmer, ein australischer Missionair in einem entferntenTheile von Gipp’s-Land, sagt in Beantwortung meiner Fragen überdas Entblößen des Eckzahns auf der einen Seite: „Ich finde, daß„die Eingebornen bei dem einander Anfletschen mit geschlossenen„Zähnen sprechen, wobei die Oberlippe nach einer Seite aufgezogen„ist und das Gesicht einen allgemeinen zornigen Ausdruck annimmt.„Sie sehen aber die angeredete Person direct an.“ Drei andere Beob-achter in Australien, einer in Abyssinien und einer in China beant-worteten meine Fragen über diesen Gegenstand bejahend. Da aberder Ausdruck ein seltener ist und sie in keine Einzelnheiten ein-gehen, so nehme ich Anstand, mich ganz auf sie zu verlassen. Esist indessen durchaus nicht unwahrscheinlich, daß dieser thierähnlicheAusdruck bei Wilden häufiger ist als bei civilisirten Bassen. Mr.Geach ist ein Beobachter, dem ich völliges Vertrauen schenken kann,
10 Hensleigh Wedgwood, Dictionary of English Etymology. Vol. III.1865, p. 240, 243.