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Ausdruck der Entschiedenheit.
Cap. 9.
um den am Brustkasten befestigten Muskeln einen festen Stützpunktzu geben. Er bemerkt dann: wenn zwei Menschen auf Tod undLeben mit einander ringen, so herrscht ein fürchterliches Still-schweigen , welches nur durch das harte, halb erstickte Athmenunterbrochen wird. Es herrscht Schweigen, weil das Austreibenvon Luft beim Ausstößen irgend eines Lautes den Stützpunkt fürdie Muskeln der Arme erschlaffen würde. Wird ein Aufschrei ge-hört, — angenommen der Kampf fände im Dunkeln statt, — sowissen wir sofort, daß einer von beiden den Kampf verzweifelndaufgegeben hat.
Gratiolet nimmt an 14 , daß, wenn ein Mensch mit einem andernbis aufs Äußerste zu kämpfen oder eine schwere Last zu unterstützenoder lange Zeit hindurch eine und dieselbe gezwungene Stellung bei-zubehalten hat, er nothwendigerweise zuerst tief einathmen und dannmit dem Athemholen aufhören müsse; er glaubt aber, daß SirCh. Beels Erklärung irrig ist. Er behauptet, daß aufgehobene Re-spiration den Kreislauf des Blutes verlangsame, worüber, wie ich meine,kein Zweifel besteht; er führt auch einige merkwürdige Beweise ausdem Baue der niederen Thiere an, welche auf der einen Seite zeigen,daß für eine länger andauernde Muskelanstrengung eine verlangsamteCirculation und auf der andern Seite für schnelle Bewegungen einebeschleunigte Circulation nothwendig ist. Wir schließen dieser An-sicht zufolge, wenn wir irgend eine bedeutende Anstrengung beginnen,unseren Mund und unterbrechen das Athmen, um die Circulation desBlutes zu verlangsamen. Gratiolet faßt den Gegenstand mit denWorten zusammen: „C’est lä la theorie de l’effort continu;“ in wieweit aber diese Theorie von anderen Physiologen angenommen wird,weiß ich nicht.
Dr. Piderit erklärt 15 das feste Schließen des Mundes währendheftiger Anstrengung der Muskeln aus dem Princip, daß sich derEinfluß des Willens auch auf andere Muskeln ausbreitet als auf die,welche bei Ausführung irgend einer besondern Anstrengung noth-wendig in Thätigkeit gesetzt werden; und es sei natürlich, daß dieRespirationsmuskeln und die des Mundes, welche so beständig ge-braucht werden, ganz besonders leicht in dieser Weise beeinflußtwerden. Mir scheint es wahrscheinlich, daß in dieser Ansicht wohletwas Wahres liegt; denn wir pressen gern während heftiger An-
14 De la Physionomie, p. 118—121.
15 Mimik und Physiognomik, S. 79.