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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
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Ausdruck der Freude.

Cap. 8.

Lächeln in ein starkes oder selbst in ein Lachen übergeht und wieferner die Oberlippe nach oben gezogen wird und die unteren Hälftender Kreismuskeln sich zusammenziehen, auch die Falten an den unterenAugenlidern und die unterhalb der Augen bedeutend verstärkt odervergrößert werden. Wie ich wiederholt beobachtet habe, werden zuderselben Zeit die Augenbrauen unbedeutend herabgezogen, was einBeweis dafür ist, daß die oberen so gut wie die unteren Bingmuskelnwenigstens in einem gewissen Grade sich zusammenziehen, trotzdemdies, soweit unsere Empfindungen dabei in Betracht kommen, unbe-merkt eintritt. Wenn man die ursprüngliche Photographie des altenMannes, mit dem Gesichte in seinem gewöhnlichen behaglichen Zu-stande (Fig. 4), mit der Fig. 5 vergleicht, in welcher er natürlichlächelt, so kann man sehen, daß in der letztem die Augenbrauen einwenig gesenkt sind. Ich vermuthe, daß dies eine Folge davon ist,daß die oberen Kreismuskeln durch die Gewalt lang associirter Ge-wohnheit dazu getrieben werden, in einer gewissen Ausdehnung inÜbereinstimmung mit den unteren Ringmuskeln thätig zu werden,welche selbst in Verbindung mit dem Nachaufwärtsziehen der Ober-lippe zusammengezogen werden.

IJie Neigung in den Jochbeinmuskeln, sich unter vergnüglichenGemüthserregungen zusammenzuziehen, zeigte sich in einer merk-würdigen mir von Dr. Beowne mitgetheilten Thatsache bei Patienten,welche an der für Geisteskranke characteristischen allgemeinen Läh-mung leiden u .In dieser Krankheit herrscht beinahe unveränderlichein Optimismus, Täuschung in Bezug auf Wohlstand, Rang,Größe, unsinnige Freude, Wohlwollen und Verschwendung, wäh-lend ihr frühestes körperliches Symptom ein Zittern an den Mund-winkeln und an den äußeren Augenwinkeln ist. Dies ist eine allgemein anerkannte Thatsache. Beständiges zitterndes Erregtseinder unteren Augenbrauen- und großen Jochbeinmuskeln ist für die-früheren Zustände der allgemeinen Lähmung pathognomonisch. DasGesicht hat einen zufriedenen und wohlwollenden Ausdruck. In demMaße, wie die Krankheit fortschreitet, werden andere Muskeln mitergriffen; bis aber vollständige Blödsinnigkeit erreicht ist, ist dervorherrschende Ausdruck der eines schwachen Wohlwollens.

Wie beim Lachen und dem breiten Lächeln die Wangen unddie Oberlippe bedeutend emporgehoben sind, so scheint die Nase ver-

11 s. auch Bemerkungen hierüber von Dr. .J. Crichton Browne in:Journal of Mental Science, Apr. 1871, p. 149.