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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
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Ausdruck des Kummers.

Cap. 7.

Beobachtung kommt, ganz allgemein uncl augenblicklich als die desKummers oder der Sorgen erkannt wird, so ist doch nicht eine Personunter einem Tausend, wenn sie den Gegenstand nicht eingehendstudirt hat, im Stande, genau anzugeben, was für eine Veränderungan dem Gesichte des Leidenden vorgeht. Wahrscheinlich liegt hierinder Grund dafür, daß diese Ausdrucksform, soviel ich bemerkt habe,in keinem Werke der Dichtung, auch nicht einmal beiläufig, erwähntwird, mit Ausnahme desRed Gfauntlet und einem einzigen andernRomane; es gehört aber die Verfasserin des letzten, wie mir gesagtworden ist, zu der oben erwähnten berühmten Familie von Schau-spielern, so daß ihre Aufmerksamkeit vielleicht speciell auf diesenGegenstand hingelenkt worden ist.

Die alten griechischen Bildhauer waren mit dieser Ausdrucks-form wohl bekannt, wie es an den Statuen des Laokoon und desSchleifers zu sehen ist; wie aber Duchenne bemerkt, verlängertensie die queren Furchen auf der Stirn über deren ganze Breite undbegiengen damit einen großen anatomischen Fehler; auch ist diesbei einigen modernen Statuen gleicherweise der Fall. Jene wunder-bar sorgfältigen Beobachter haben indessen wahrscheinlicherweiseeher mit Absicht die Wahrheit zum Zwecke der Schönheit geopfert,als daß sie einen Fehler gemacht hätten; denn rechtwinklige Furchenauf der Stirn würden am Marmor keinen großartigen Anblick dar-geboten haben. So viel ich ausfindig machen kann, wird diese Aus-drucksform in ihrem vollständig entwickelten Zustande nicht oft vonden alten Meistern auf Gemälden dargestellt, ohne Zweifel aus der-selben Ursache. Doch theilt mir eine Dame, welche mit dieser Aus-drucksform vollkommen vertraut ist, mit, daß sie in Fka AngblicosAbnahme vom Kreuz in Florenz ganz deutlich von einer der Personenrechter Hand dargeboten wird; ich selbst könnte noch einige wenigeandere Beispiele hinzufügen.

Dr. Cbichton Bkowne widmete auf meine Bitte dieser Aus-drucksform bei den zahlreichen in der West-Riding-Irrenanstalt unterseiner Behandlung stehenden geisteskranken Patienten eingehendeAufmerksamkeit; auch kennt er Duchennes Photographie von derThätigkeit der Gram-Muskeln sehr gut. Er theilt mir mit, daß dieletzteren bei Fällen von Melancholie und speciell von Hypochondriebeständig in energischer Thätigkeit gesehen werden können; unddie von ihrer fortwährenden Zusammenziehung abhängigen, bleibendvorhandenen Linien oder Furchen sind für die Physiognomie der zudiesen beiden Classen gehörenden Geisteskranken characteristisch.