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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
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Ausdruck ctes Leidens.

Cap. 6.

wo wir die zarteren Gefühle besprechen. Bei den Sandwich-Insu-lanern werden der Angabe Fbeycinets zufolge 24 Thränen als einZeichen des Glückes angesehen. Wir würden aber doch noch bessereBeweise hierüber verlangen, als das Zeugnis eines vorübergehendenKeisenden. Wenn ferner Kinder unserer Basse während vieler Ge-nerationen und jedes derselben während mehrerer Jahre beinahe täglichvon lang anhaltenden Erstickungszufällen zu leiden gehabt hätten,während welcher die Gefäße des Auges ausgedehnt und Thränenreichlich abgesondert worden wären, dann ist es wahrscheinlich,denn so groß ist die Kraft der associirten Gewohnheit, daß wäh-rend des späteren Lebens der bloße Gedanke an eine Erstickung ohneirgend welche trübe Stimmung des Geistes hingereicht haben würde,Thränen in unsere Augen zu bringen.

Um dieses Capitel zusammenzufassen : Das Weinen ist wahr-scheinlich das Resultat irgend einer bestimmten Reihe von Ereig-nissen, wie etwa der folgenden. Wenn Kinder Nahrung verlangenoder in irgend welcher Weise leiden, so schreien sie laut auf gleichden Jungen der meisten anderen Thiere, zum Theil als ein Rufennach ihren Eltern um Hülfe, zum Theil in Folge davon, daß jedegroße Anstrengung erleichternd wirkt. Lang anhaltendes Schreienführt unvermeidlich zur Überfüllung der Blutgefäße des Auges, unddiese wird zuerst bewußterweise und endlich gewohnheitsgemäß zurZusammenziehung der Muskeln rings um das Auge geführt haben,um dasselbe zu schützen. In derselben Zeit wird der krampfhafteDruck auf die Oberfläche des Auges und die Ausdehnung der Gefäßeinnerhalb derselben, ohne mit Nothwendigkeit eine bewußte Empfin-dung herbeizuführen, durch Reflexthätigkeit die Thränendrüsen afficirthaben. Endlich ist es durch die drei Principien, nämlich dasPrincip, daß Nervenkraft leicht gewohnten Canälen entlang ausströmt,das Princip der Association, welches in seiner Wirkungsweise sein-weit verbreitet ist, und daß gewisse Handlungen mehr unter derControle des Willens stehen als andere, dahin gekommen, daßein Leiden leicht die Absonderung von Thränen veranlaßt, ohne mitNothwendigkeit von irgend einer andern Thätigkeit begleitet zu sein.

Obschon wir in Übereinstimmung mit dieser Ansicht das Weinenals ein zufälliges Resultat betrachten müssen, so zwecklos wie dieAbsonderung von Thränen in Folge eines Schlags auf das Äußeredes Auges oder als ein Niesen in Folge der Affection der Netzhaut

24 citirt von Sir .]. Lnbbock, Prehistoric Times, 1865, p. 458.