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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
Entstehung
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W einen.

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Cap. 6.

Arterien des Gesichts mit Einschluß derer der Netzhaut unter hier-von sehr verschiedenen Umständen erschlafft werden, nämlich währendeines heftigen Erröthens, so werden zuweilen die Thränendrüsen ineiner ähnlichen Art afficirt; denn die Augen füllen sich dann mitThränen.

Es ist schwer, eine Vermuthung darüber aufzustellen, auf welcheWeise viele Reflexthätigkeiten entstanden sind. Aber in Bezug aufden vorliegenden Fall der Affection der Thränendrüsen durch Beizungder Oberfläche des Auges dürfte es der Bemerkung werth sein, daß,sobald irgend eine uranfängliche Thierform in ihrer Lebensweise halbauf das Leben auf dem Lande angewiesen und nun dem ausgesetztwurde, Staubtheilchen in ihre Augen zu bekommen, diese, wenn sienicht weggewaschen wurden, eine bedeutende Reizung verursacht habenwerden; und nach dem Principe der Ausstrahlung von Nervenkraftan benachbarte Nervenzellen werden die Thränendrüsen zur Absonde-rung gereizt worden sein. Da dies oft wiedergekehrt sein wird undNervenkraft leicht gewohnten Bahnen entlang ausstrahlt, so wird zu-letzt eine geringe Beizung genügen, eine reichliche Thränenabsonde-rung zu verursachen.

Sobald durch dieses oder irgend ein anderes Mittel eine Reflex-thätigkeit dieser Art hergestellt und leicht gemacht worden ist, wer-den andere auf die Oberfläche des Auges angewandte Reizmittel, soz. B. ein kalter Wind, langsame entzündliche Reizung oder ein Schlagauf das Augenlid eine reichliche Absonderung von Thränen verursachen,wie es ja bekanntlich der Fall ist. Die Drüsen werden auch durchdie Reizung benachbarter Theile zur Thätigkeit gereizt. So werden,wenn die Nasenhöhlen durch stechende Dämpfe gereizt werden, wennauch die Augenlider fest geschlossen gehalten werden, doch Thränenreichlich abgesondert, und dies tritt auch ein in Folge eines Schlagesauf die Nase z. B. mit einem Boxerhandschuh. Ein stechender Peit-schenschlag auf das Gesicht ruft, wie ich gesehen habe, dieselbeWirkung hervor. In diesen letzteren Fällen ist die Absonderung vonThränen nur ein zufällig begleitendes Resultat und von keinem direc-ten Nutzen. Da alle diese Theile des Gesichts mit Einschluß derThränendrüsen mit Zweigen desselben Nerven versehen werden, näm-lich des fünften Paares, so ist es in einem gewissen Grade zu ver-stehen, warum die Wirkungen der Reizung irgend eines Zweiges aufdie Nervenzellen oder Wurzeln der anderen Zweige sich verbreiten.

Die inneren Theile des Auges wirken gleichfalls unter gewissenBedingungen in einer reflectorischen Weise auf die Thränendrüsen.

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