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Ausdruck des Leidens.
Cap. (5.
von Thränenvergießen begleitet, daß "Weinen und Schreien fast gleich-bedeutende Ausdrücke geworden sind 18 .
Unter der Einwirkung der entgegengesetzten Gemütlisbewegunggroßer Freude oder großer Heiterkeit tritt, so lange das Lachenmäßig ist, kaum irgend welche Zusammenziehung der Muskeln ringsum das Auge ein, so daß also auch kein Stirnrunzeln ein tritt. Wennaber lautschallendes Gelächter ausgestoßen wird mit schnellen undheftigen krampfhaften Exspirationen, dann strömen die Thränen dasGesicht herab. Ich habe mehr als einmal das Gesicht einer Personnach einem Paroxysmus heftigen Lachens beobachtet und konnte be-merken, daß die Ringmuskeln und die, welche nach der Oberlippelaufen, noch immer theilweise zusammengezogen waren, was dann inVerbindung mit den von Thränen noch feuchten Wangen der oberenHälfte des Gesichts einen Ausdruck gab, der von dem eines Kindes,welches noch immer vor Kummer schluchzt, nicht zu unterscheidenwar. Die Thatsache, daß während heftigen Lachens Thränen dasGesicht herabströmen, ist eine allen Menschenrassen gemeinsam zu-kommende, wie wir in einem späteren Oapitel sehen werden.
Bei heftigem Husten, besonders wenn eine Person halb ersticktist, wird das Gesicht purpurn, die Venen erweitert, die Kreismuskelnstark zusammengezogen und Thränen rinnen die Wangen hinab. Selbstnach einem Anfälle gewöhnlichen Hustens hat beinahe ein Jeder sichdie Augen zu wischen. Bei heftigem Erbrechen oder Würgen werden,wie ich selbst erfahren und an Anderen gesehen habe, die kreisförmi-gen Muskeln stark zusammengezogen, und zuweilen fließen Thränenreichlich die Backen herab. Es ist die Vennuthung gegen mich aus-gesprochen worden, daß dies eine Folge davon sein könnte, daßscharfe reizende Stoffe in die Nasenhöhle gebracht werden und nundurch Retiexthätigkeit die Absonderung der Thränen verursacht wird,ln Folge dessen bat ich einen meiner Rathgeber, einen Arzt, auf dieWirkungen des Würgens zu achten, wenn nichts aus dem Magen aus-geworfen würde. In Folge eines merkwürdigen Zufalls litt er selbstam nächsten Morgen an einem Würganfalle und beobachtete dreiTage später eine Dame während eines ähnlichen Anfalls. Er ist ganzsicher, daß in keinem der beiden Fälle ein Atom von Substanz ausdem Magen geworfen wurde, und doch wurden die Kreismuskeln
18 [d. li. im Englischen to weep und to cry.] Mr. Hcnsleigk W edgwood(Diction. of English Etjnnology, Vol. I. 18S9, p. 410) sagt: „das Zeitwort to weepkommt von dem Angelsächsischen wop, dessen ursprüngliche Bedeutung einfachAufschreien ist.“