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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
Entstehung
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Vor vielen Jahren stellte ich im zoologischen Garten einen Spie-gel auf die Erde vor zwei jungen Orangs hin, welche, soweit es be-kannt war, niemals vorher einen solchen gesehen hatten. Zuerststarrten sie ihr eigenes Bild mit der stetesten Überraschung an undänderten oft ihren Standpunkt. Dann näherten sie sich dicht demBilde und streckten ihre Lippen nach ihm hin als wenn sie es küssenwollten, in genau derselben Weise, wie sie es gegeneinander getlianhatten, als sie einige Tage vorher in ein und dasselbe Zimmer ge-bracht worden waren. Dann machten sie alle möglichen Grimassenund stellten sich in verschiedenen Stellungen vor dem Spiegel auf,drückten und rieben die Oberfläche, hielten ihre Hände in verschie-dener Entfernung hinter denselben, sahen hinter ihn und schienenendlich beinahe erschreckt zu sein, fuhren etwas zurück, wurden un-willig und verweigerten nun länger hineinzusehen.

Wenn wir versuchen, irgend eine unbedeutende Handlung aus-zuführen, welche schwierig ist und Präcision erfordert, z. B. wenn wireine Nadel einfädeln wollen, so schließen wir allgemein unsere Lippenfest, wie ich vermuthe zum Zwecke, unsere Bewegungen nicht durchAthrnen zu stören. Und ich bemerkte dieselbe Bewegung bei einemjungen Orang. Das arme kleine Geschöpf war krank und amiisirtesich damit, zu versuchen, die Fliegen an den Fensterscheiben mitseinen Knöcheln zu tüdten. Dies war schwierig, da die Fliegen umher-summten; und bei jedem Versuche wurden die Lippen fest geschlossenund in derselben Zeit ein wenig vorgestreckt.

Obschon der Gesichtsausdruck und noch specieller die Geberdenvon Orangs und Chimpansen in mancher Hinsicht in hohem Gradeausdrucksvoll sind, so zweifle ich doch, ob sie im Ganzen eben soausdrucksvoll sind wie diejenigen einiger anderen Arten von Affen.Dies mag zum Tlieil dem Umstande zugeschrieben werden, daß ihreOhren unbeweglich sind, zum Tlieil der Nacktheit ihrer Augenbrauen,deren Bewegungen hierdurch weniger auffallend werden. Indessenwird, wenn sie ihre Augenbrauen erheben, ihre Stirn wie bei unsquer gefurcht, Im Vergleich mit dem Menschen sind ihre Gesichterausdruckslos, hauptsächlich in Folge des Umstandes, daß sie die Stirnebei keiner Seelenerregung runzeln, d. h. soweit ich im Stande gewesenbin, es zu beobachten, und ich habe dem Punkte sorgfältige Aufmerk-samkeit zugewendet. Das Stirnrunzeln, welches eine der bedeutungs-vollsten aller Ausdrucksformen bei dem Menschen ist, ist eine Folgeder Zusammenziehung der Corrugatoren, durch welche die Augenbrauenherabgezogen und einander genähert werden, so daß sich aut der