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Ausdrucksformen lei Thieren.
Cap. 5.
bestätigt die Angabe, daß einige Arten ihre Zähne entblößen, wennsie wtithend werden, während andere dieselben durch Vorstrecken ihrerLippen bedecken; einige Arten ziehen ihre Ohren zurück. Der vorKurzem angeführte Gynopithecus niger handelt in dieser Art, drücktzu derselben Zeit den Haarkamm auf seinem Vorderkopf nieder undzeigt seine Zähne, so daß die Bewegungen der Gesichtszüge im Zornenahezu dieselben sind wie diejenigen in der Freude, und es könnendie beiden Ausdrucksweisen nur von Denjenigen unterschieden werden,welche mit dem Thiere vertraut sind.
Paviane zeigen ihre Leidenschaft und drohen ihrem Feinde häufig*in einer sehr merkwürdigen Weise, nämlich dadurch, daß sie ihrenMund weit öffnen wie im Acte des Gähnens. Mr. Bartlett hat esoft gesehen, wie zwei Paviane, wenn sie in denselben Käfig gethanwurden, zuerst einander gegen übersitzen und nun abwechselnd ihrenMund öffnen. Und diese Bewegung scheint häufig in einem wirklichenGähnen ihr Ende zu nehmen. Mr. Bartlett glaubt, daß beide Thiereeinander zu zeigen wünschen, daß sie mit einem furchtbaren Gebisseversehen sind, wie dies unzweifelhaft der Fall ist. Da ich die That-sache dieser gähnenden Geberde kaum für richtig hielt, reizte Mr. Bart-lett den alten Pavian und brachte ihn zur heftigen Leidenschaft;fast unmittelbar darauf begann er diese Bewegung. Einige Speciesvon Macacus und Cynopithecus li benehmen sich in derselben Art undWeise. Paviane zeigen auch ihren Zorn, wie Bbehm an denen beob-achtet hat, die er in Abyssinien lebendig hielt, noch in einer anderenWeise, nämlich dadurch, daß sie den Boden mit der einen Handschlagen „wie ein zorniger Mensch, der mit der Faust auf den Tischschlägt“. Ich habe diese Bewegung bei den Pavianen im zoologischenGarten gesehen. Aber zuweilen scheint diese Handlung eher aus-drücken zu sollen, daß sie einen Stein oder einen andern Gegenstandin ihrem Strohlager suchen.
Mr. Sutton hat oft beobachtet, wie das Gesicht des Macacusrhesus roth wurde, wenn er in Wutli gerieth. Als er dies gegenmich erwähnte, griff ein anderer Affe einen Rhesus an, und nun sahich, daß sich sein Gesicht so deutlich wie bei einem Menschen ineiner heftigen Leidenschaft röthete. Im Laufe einiger Minuten, nach-dem der Kampf vdriiber war, erhielt das Gesicht dieses Affen seinenatürliche Farbe wieder. In derselben Zeit, als das Gesicht sichröthete, schien der nackte hintere Theil des Körpers, rvelcher immer
14 Brehm, Thierleben, Bel. 1. 2. Aufl. S. 153. Über Paviane, welche
den Boden schlagen, s. S. 61.