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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
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Ausdrucksformen hei Thieren.

Cap. 5.

die (Quelle der Gefahr zu wittern. Denn wenn ein Pferd sorgfältigirgend einen Gegenstand beriecht und dabei nicht beunruhigt ist, soerweitert es seine Nasenlöcher nicht. Wenn ein Pferd keucht, soathniet es in Folge der Anwesenheit einer Klappe in seiner Kehlenicht durch das offene Maul, sondern durch die Nasenlöcher, und diesesind in Folge hiervon mit einer großen Ausdehnungsfähigkeit begabtworden. Diese Ausdehnung der Nasenlöcher ebenso wie das Schnaubenund das Schlagen des Herzens sind Thätigkeiten, welche währendeiner langen Reihe von Generationen mit der Seelenerregung desSchrecks fest associirt worden sind ; denn der Schreck hat gewohn-heitsgemäß das Pferd zur heftigsten Anstrengung, beim eiligsten Da-vonlaufen von der- Ursache der Gefahr weg, geführt.

Wiederkäuer. Rinder und Schafe sind deshalb merkwürdig,weil sie in einem so unbedeutenden Grade ihre Gemüthserregungenoder Empfindungen sichtbar werden lassen, mit Ausnahme des äußer-sten Schmerzes. Wenn ein Bulle wüthend wird, so zeigt er seineWuth nur durch die Art und Weise, in welcher er seinen herab-hängenden Kopf mit erweiterten Nasenlöchern trägt und durch Brüllen.Er stampft auch oft auf den Boden ; und dieses Stampfen scheint vondem eines ungeduldigen Pferdes sehr verschieden zu sein, denn wennder Boden locker ist, so wirft er Staubwolken auf. Ich glaube, daßBullen in dieser Weise handeln, wenn sie von Fliegen irritirt werden,zum Zwecke, dieselben fortzutreiben. Die wilderen Schafrassen unddie Gemsen stampfen, wenn sie erschreckt werden, den Boden undpfeifen durch ihre Nasen; und dies dient ihren Kameraden als einWarnungssignal. Wird der Moschusochse der arktischen Länder an-gegriffen. so stampft er gleichfalls auf den Boden 0 . Wie diese Be-wegungen des Stampfens entstanden sind, kann ich nicht einmal ver-muthen; denn nach Erkundigungen, die ich zu diesem Zwecke anstellte,scheint es nicht so, als wenn irgend eines dieser Thiere mit seinenVorderfüßen kämpfte.*'

Manche Arten der Hirschgattung zeigen, wenn sie wild werden,viel mehr äußeren Ausdruck als es Rinder, Schafe oder Ziegen thun jdenn sie ziehen, wie bereits angeführt worden ist, ihre Ohren zurück,knirschen mit ihren Zähnen, richten ihre Haare auf, schreien, stampfenauf den Boden und wetzen ihre Hörner. Eines Tages näherte sichim zoologischen Garten der Hirsch von Formosa (Geruns pseudaxis)

s Land, and Water, 1869, p. 152.