Zweckmäßigkeit, das Kunstwerk unwillkührlich vonselbst sich dramatisch gestalten: so kann der Roman,indem er seiner Natur gemäß nur das rohe, unge-lauterte Leben der Wirklichkeit selbst giebt, keinenAnspruch auf den Rang eines Kunstwerkes, das inden Schmelzflammen des Dichtergeistes geglüht seynmuß, geltend machen, ist der Frucht gleichbar, diesich, cntlösten wir sie ihrer bitteren oder süßenSchalen, als taub ergiebt, seine Form ist chaotisch»ist Unform.
Unsere vorstehende Geschichte gleicht allerdings,indem der Stoff nach obigen Regeln undarstellbar ist,dem Romane, indem geschichtliche Begebenheitenund Personen in sie verwebt sind, dem geschichtlichenRomane; sie kann nothwendig, unbedingt nicht an-ders als geschichtlicher Roman genannt werden. Wirkönnen ihr zwar, nach unserem eben ausgesprochenenGlaubensbekenntnisse, den Maßstab eigentlicher Kri-tik nicht anlegen, kein eigentliches Unheil über siefällen; wir können aber wohl sagen: der Stoff istschön und rührend, die Behandlung zeugt durchge-hends von dem gelauterten Geschmack, der Fülle vonBeredsamkeit und Menschenkenntnis der tiefen, zar-ten Empfindung, dem hohen lyrischen Schwünge,und endlich der besonnenen, klaren Anschauung desDarzustellenden: wie wir das Alles schon an demherrlichen Dichter kennen-