112
Neunundzwanzigstes Kapitel.
Hier finden wir unter den armen Furchtvollenalte Bekannte. Wer Don Abbondio nicht an demTage erblickte, wo die Nachrichten vom nahendenHeere und seiner Aufführung mit eincmmale eintra-fen, hat von Furcht und Entsetzen keinen Begriff.„Sie kommen; cs sind dreißig, vierzig, funfzig-tausend; es sind Teufel, Arianer, Antichristen;haben Eortenuova rein ausgeplündert; haben Pri-maluna in Schutt und Asche gelegt, verwüstenIntrobbio, Pasturo, Barsio; man hat sie in Ba-labbio gesehen; morgen sind sie hier." Das warendie Gerüchte, welche von Mund zu Mund^ gin-gen; alles lauft zusammen, eines halt das anderean, lärmendes Berathschlagen, Zaudern zwischen Flie-hen und Bleiben, Weibergeklatsch, Haarzerraufen.Don Abbondio ist vor allen andern, mehr als alleandere entschlossen zu fliehen, auf jeden Fall zu flie-hen, und sieht doch'an jedem Zufluchtsorte unüber-steigliche Hindernisse, entsetzende Gefahren. „Wassoll ich thun?" rief er: „ wo soll ich hin?" Das Ge-birge, abgesehen von den Schwierigkeiten des Weges,war unsicher: man hatte schon gehört, daß die Lands-knechte wie Katzen cmporkletterten, wo cs nur den ge-ringsten Anschein oder Hoffnung von ober auf Beute