Druckschrift 
3 (1828)
Entstehung
Seite
396
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zärtlich und thtänenreich war der Abschied Nenzo'sund der Familie, von dem gastfreundlichen Wirthe, undman denke nicht, daß es bei Don Abbondio ganzkalt ablief. Die drei armen Leute trugen im Herzenimmer noch eine gewisse ehrfurchtsvolle Anhänglichkeitan ihren Pfarrherrn; und im Grunde hatte er ihnenimmerdar wohlgewollt. Nur das verwünschte Un-glück trübt zuweilen Zuneigung. Auch die Tren-nung von der Heimath und den geliebten Bergen warnicht ohne Schmerz; allerweges gab es ein paar Thro-nen, obwohl, wie wir uns vorstellen, nicht viele;weil sie sich die Trennung außerdem, jetzt wo diebeiden großen Scheuchen, Don Rodrigo und derSteckbrief, beseitigt waren, hätten ersparen können.Sie waren aber schon seit einiger Zeit alle dreie ge-wöhnt, das Land nach dem sie zogen, als das ihrigezu betrachten. Renzo hatte cs den Frauen annehm-lich gemacht, indem er ihnen von allen den Vorthei-len, welche den Arbeitern daselbst zu Theil würden undvon hundert anderen schönen Dingen über das dasigeLeben vorschwatzte. Uebrigens hatten sie insgcsammtbitteres Herzeleid an dem Orte erfahren, dem sie jetztValet sagten; und bittere Erinnerungen verbitternauch gemeiniglich die Erinnerung an die Orte, welchesie Hervorrufen; um so ärger vielleicht, um so ste-chender, herber, sind es die Geburtsorte- So ruhtder Säugling geruhig am Busen der Amme, sucht ver-langend und vertrauend in ihm die Nahrung, die er