Druckschrift 
3 (1828)
Entstehung
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Renzo seinerseits verbrachte die ihm so schon zulangsamen Tage nicht müßig: er verstand zum gutenGlück zwei Handwerke und übte das des Landmannsaus. Theils half er seinem Wirthe, dem es sehrerwünscht war, in dieser Zeit einen geschickten Arbei-ter zum Gehülfen zu haben, theils bestellte er undbrachte Agnesens in ihrer Abwesenheit ganz verwilder-tes Gärtchen in Ordnung. An sein eignes Grund-stück dachte er gar nicht, denn das, meinte er, sey einezu zerzauste Perrücke, die mehr als zwei Arme ver-lange, wieder in Stand gesetzt zu werden. Er setzteweder in Garten noch Haus einen Fuß, denn eswürde ihm leid gethan haben, die Verwüstung mitanzusehen, und er war doch auch schon entschlossen,alles, zu jedem Preise zu verkaufen und, was er da-für bekomme, in seinem neuen Vaterlande anzu-legen.

Kamen diejenigen, welche die Pest in dem Dörf-chen verschont hatte, nach und nach, wie neuerstan-den wieder zum Vorschein, so schien Renzo gewisser-maßen doppeltem Tode erstanden: ein Jeder bewill-kommte und beglückwünschte ihn, ein jeder wollteseine Geschichte von ihm hören. Man wird vielleichtfragen: wie er mit dem Verhaftsbefehle zurecht kam?Es ging vortrefflich. Er dachte kaum mehr daran,setzte voraus, seine dereinsiigen Verfolger würden eben-falls nicht mehr daran denken, und tauschte fich nicht.Nicht allein die Pest, welche so vieles Andere umge-