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lassen; und sicherlich bist Du nicht verwegen genug,Dich würdig zu wahnen, daß Gott denke, Dich zutrösten. An sie wird er gedacht haben, denn ihre Seelegehört zu denen, denen ewige Seligkeit beschickenist. Geh! ich habe keine Zeit mehr, Dir Gehör zugeben." Dies sagend, schleuderte er Renzo's Armvon sich und ging einer Krankenhütte zu.
„Ach, Pater!" sagte Renzo, ihm mitflehend-lichen Geberden folgend: „wollt Ihr mich auf dieseWeise von Euch lassen?"
„ Wie!" sprach der Kapuziner mit nicht minderstrenger Stimme weiter: „Darfst Du wohl glaubenund verlangen: ich werde meine Zeit jenen Leidendenrauben, die der Erwartung sind, daß ich mit ihnenvon der Allbarmherzigkeit Gottes rede, Deine Wuth-ausbrüche und Rachegelöbnisse anzuhören? Ich horteDich an, als Du Trost und Rath verlangtest, ichhabe aus Barmherzigkeit mich der Barmherzigkeit ent-zogen; jetzt hast Du Deine Rache im Herzen : waswillst Du von mir? Geh! Zch habe hier Beleidigtesterben sehen, die verziehen; Beleidiger, denen esschwer auf dem Herzen lag, sich nicht vor den Be-leidigten erniedern zu können; ich habe mit diesen undmit jenen geweint; was habe ich mit Dir zu thun?"
„Ach, ich verzeihe ihm! ich verzeihe ihm aufrich-tig, ich verzeihe ihm für immer!" rief der Jüngling.
„Renzo!" sagte der Pater mit gemessenerer Stren-ge: bedenke, sage, wie oft Du ihm schon verziehen hast."