Und als kr nach einer Weile keine Antwortempfangen hatte, neigte er plötzlich das Haupt undsprach mit demükhiger Stimme weiter: „Du weißt,warum ich dieses Kleid trage!"
Renzo zauderte.
„Du weißt es!" sagte der Alte wieder.
„ Ich weiß es," antwortete Renzo.
„Auch ich habe gehaßt: ich, der ich Dich einesWortes, eines Gedankens halber gescholten habe; denMann, den ich haßte, den ich von Herzen haßte, denich lange Zeit haßte, habe ich gelobtet."
„Ja, aber so ein Uebermüthiger, einer der...."
„Schweig," unterbrach ihn der Mönch: „GlaubstDu, daß» wenn cs einen Entschuldigungsgrund gä-be, ich ihn nicht in dreißig Jahren gefunden habenwürde? Ach, könnte ich Dir doch jetzt das Gefühl indas Herz senken, das ich von da an immer für denMann, den ich haßte, hatte und habe! Ob ich es
könnte! ich? Aber Gott kann es: Er thue es!_
Höre, Renzo: Er will Dir wohler, als Du Dir selbstwillst: Du vermochtest, an Rache zu denken; Er aberist stark und barmherzig genug, sie zu verhindern; Ererzeigt Dir eine Gnade, die ein anderer nicht ver-diente. Du weißt, hast so oft gesagt, daß er dieHand eines Unterdrückers zu hemmen vermag; wisseaber, daß er auch die eines Rachsüchtigen hemmt.Und weil Du arm, weil Du beleidigt bist, glaubstDu, daß er deshalb nicht einen Menschen gegen Dich