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3 (1828)
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ging kn ihr Hans, erschien im nächsten Augenblickeam Fenster, im Arme ein anderes, noch zarteres, le-bendes Kind haltend, das die Spuren des Todes imAntlitz trug. Sie sah dem so unwürdigen Leichenbe-gängnisse des Lieblings zu, bis der Karren fortfuhr,so lange er sichtbar blieb, und verschwand. Und washatte sie sonst noch zu thun, als das einzige, ihr ge-bliebene Liebe zu Bett zu legen, sich neben ihm, mitihm zu sterben? So sinkt die schon voll und stolzentfaltete Blume zugleich mit dem noch im Kelche schlum-mernden Knöspchen, unter der die Wiese ebnendenSichel. O Herr!" rief Renzo aus: erhöre sie!Nimm sie zu Dir, sie und ihr armes, kleines Wesen:sie haben genug gelitten, sie haben ausgelitten!"

Zurückgekommen von diesem sonderbaren Mitge-fühl, beschäftigt, sich die empfangene Wegangabe indem Gedächtnisse zu erneuen, um zu wissen, ob ersich bei der nächsten Straße rechts oder links zu wen-den habe, vernimmt er vor derselben einen andernverschiedenen, nahenden Lärm» wirre Klänge drohen-den Geschrei's, heisere Klagen, Heulen, Kindergewin-sel, Weibergestöhne. Im Herzen die gewohnte,traurige, ängstliche Erwartung, ging er darauf los.Beim Kreuzwege angelangt, sah er auf der einenSeite einen gemischten, auf ihn zustürzenden Volks-haufen; erblieb stehen, sic vorbeizulassen. Es wareine Anzahl Kranker, die man nach dem Lazarethetrieb; einige gewaltsam Aufgefangene widerstanden