Druckschrift 
3 (1828)
Entstehung
Seite
253
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Gewiß nicht, " sagte Renzo und ging weiter.Bei jedem Schritte hörte er einen Lärm anwachsen undnaher kommen, der ihm schon, wahrend er Hierstandund sprach, vernehmbar ward: Hustritte, Räderge-raffel, Geklingel, dann und wann Peitschengeknallund Geschrei. Er sah rings um, sah nichts, bis erdie Mündung der krummen Straße und den SanktMarkusplatz erreichte. Das erste, was ihm da in dieAugen siel, waren zwei aufgerichtete Balken mit ei-nem Seile und Kloben, woran er alsbald die damalssehr gewöhnliche, abscheuliche Foltcrmaschine erkann-te. Man hatte sie hier und nicht blos hier, sondernan allen öffentlichen Platzen und geräumigen Straßenangebracht, damit die Behörden jedes Viertels, die zusolchem Behufs unumschränkteste Gewalt besaßen,ohne Weiteres einen Jeden konnten daran aufhangenlassen, der ihnen der Strafe verfallen schien: es mochteJemand sepn, der sein der Pest wegen verschlossenesHaus verlassen hatte, ein seinen Pflichten ungetreuerDiener, irgend ein Anderer: es war eine der übertrie-benen, unwirksamen Maßregeln, mit denen manin jenen Zeiten und besonders in jenen Augenblickenso verschwenderisch umging.

Während Renzo diese Maschine ansah, nachsann,welchem Zwecke sie wohl an diesem Orte diene, hörteer den Lärm immer näher, gewahrte einen Menschen,der von einer Seite der Kirche herankam und einGlöckchen ertönen ließ: cs war ein Scherge, hinter